Schlaflos an den Bahngleisen

APLERBECK Ganze 15 Meter trennt das Schlafzimmer der Familie Viktor von den Bahngleisen der Strecke Dortmund–Soest. Ein kleiner Balkon, ein Stück gepflegter Garten, eine hohe Hecke – dann die Gleise. Ein Umstand, der „uns jahrelang nichts ausgemacht hat“, sagt Klaus Viktor.

von Von Jörg Bauerfeld

, 05.09.2007, 17:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Astrid Grieger: "Es zehrt einfach an den Nerven.“

Astrid Grieger: "Es zehrt einfach an den Nerven.“

Waren doch auf den Schienen hinter dem Gartenzaun lange Zeit lediglich die Nahverkehrszüge beheimatet, „und daran hat man sich gewöhnt.“ Was sich aber nun seit gut einem halben Jahr auf der Trasse abspielt, lässt die Anwohner auf die Barrikaden gehen. Güterzüge geben jetzt den Takt an – im Freizeitverhalten und in Sachen Nachtruhe.

„Man hat das Gefühl, die Waggons fahren durchs Schlafzimmer“, berichtet Viktor, „und ich haben wirklich keinen leichten Schlaf.“ Den Anwohnern des Basaltweges reicht's jetzt, sie haben keine Lust mehr auf das Gerumpel die ganze Nacht hindurch. Ob zwei Uhr oder fünf Uhr morgens – Zug um Zug führt seine Fracht an den Reihenhäusern vorbei.

„Wir können nachts kein Fenster mehr aufmachen, die Kinder werden wach, es zehrt einfach an den Nerven“, sagt Astrid Grieger, die seit zwölf Jahren in Nachbarschaft mit der Bahnstrecke wohnt. Aber von guter Nachbarschaft kann hier schon lange keine Rede mehr sein.

Ein nettes Grillen am Wochenende mit Freunden auf der heimischen Terrasse ist nicht mehr drin, denn „gerade an diesen Tagen hat der Zugverkehr enorm zugenommen. Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr.“ Bis zu sechs Güterzüge in der Stunde sind es. Über fünfzig Waggons, so haben Anwohner gezählt, sind die Störenfriede lang, „Da klirren die Gläser im Schrank“, sagt Viktor. Jetzt hoffen die Anwohner auf Unterstützung von Seiten der Politik – damit es sich wieder gut schlafen lässt am Basaltweg.

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