"Schlag ins Gesicht"

10.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Warnstreiks bei der Arbeiterwohlfahrt gehen weiter. Erneut legten 100 Mitarbeiter ihre Arbeit nieder.

Grund sind die laufenden Tarifverhandlungen, für die gestern bereits die siebte Runde eingeläutet wurde. Zuletzt war eine Verhandlungsrunde im Juli ergebnislos zu Ende gegangen. Die Mitarbeiter befürchten Einkommens-Verschlechterungen, Kürzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Einschnitte bei der betrieblichen Altersvorsorge. Vor der Geschäftsstelle (Kronenstraße 63) des AWO Bezirkes Westliches Westfalen luden die Streikenden gestern zu einer Armenspeisung "mit Wasser und Brot" ein. Auf Transparenten forderten sie "Für gute Arbeit, guten Lohn".

Zu den regionalen Verhandlungen in NRW ist es gekommen, nachdem die AWO sämtliche Tarifverträge auf Bundesebene gekündigt hatte und die Gespräche über eine einheitliche Regelung im Dezember gescheitert waren.

Oliver Kolberg von der Gewerkschaft ver.di erklärte, die Beschäftigten seien nicht bereit, massive Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen hinzunehmen." "Drei Jahre ohne einen Cent Lohnerhöhung reicht." Man könne nicht nur immer vom hohen Stellenwert der sozialen Arbeit sprechen, man müsse die Menschen, die dort arbeiten, auch anständig bezahlen. Für die Betroffenen sei das ein "Schlag ins Gesicht", leisteten sie doch "täglich eine gute und qualifizierte Arbeit" für den größten deutschen Wohlfahrtsverband.

Bei der AWO herrscht der tariflose Zustand nach Gewerkschaftsangaben nun schon seit 253 Tagen. ar

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