Schlager-Müll und andere Klimakatastrophen

mlzUnter uns Dortmundern

Weil nach Dortmund Olé im Revierpark Wischlingen eine Menge Müll zu lange liegen blieb, drehte sich die Hysterieschraube in hohem Tempo. Irrationale Antworten auf eine irrationale Debatte.

Dortmund

, 23.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seien wir zum Start kurz vernünftig. Ein Musikfestival oder eine andere Großveranstaltung ohne Müll ist schwierig. Aber es gibt immer mehr Beispiele dafür, wie sich die völlige Ekstase auch ohne überflüssigen Plastikmüll genießen lässt. Beim Watt-En-Schlick-Festival zum Beispiel, auf dem ich vor Kurzem war, blieb das Welterbe-geschützte Wattenmeer am Jadebusen sauber.

Lag’s in Wischlingen am Wendler und dem vielen Schlager? Dagegen spricht, dass es auch nachhaltige Schlager-Festivals im Revierpark wie das Oktoberfest gibt.

Facebook und der Müll-Trigger

An der Debatte über den Schlager-Müll im Revierpark ist vieles irrational. Denn scheinbar funktioniert es mittlerweile so: Sobald bei Facebook das Wort „Müll“ oder „Umwelt“ fällt, verspüren Menschen den Impuls, unverzüglich mitzuteilen, wie wenig sie von diesen Dingen wissen wollen.

Viele sprechen die Gif- oder Meme-Sprache fließend. Es kennt sich aus im Internet, dieses Team „Mir macht alles Spaß, was Greta ärgert!“. Und überhaupt: diese Jugendlichen mit ihrer Doppelmoral.

Mag ja alles sein. Aber wer will es wissen?

Doch man sollte die Leute da abholen, wo sie stehen. Deshalb folgen hier ein paar Vorschläge für Dinge in Dortmund, die „Greta“ noch etwas nachhaltiger aufregen würden als Müll auf einem Festival. Trigger-Warnung: Ich stelle JETZT den Ironie-Knopf auf „on“.

Kreuzfahrt-Route Dortmund-Münster

Warum nicht mit der Queen Mary auf die kürzeste Kreuzfahrt der Welt gehen? Bei Landgängen können Sie die Dortmunder Vororte und die Perlen des Münsterlandes entdecken.

Die große Diesel-Truck-Parade auf dem Wall

Das Konzept: Wie beim Evangelischen Kirchentag wird der Wall gesperrt. Drei Tage lang fahren Dieseltrucks aus aller Welt immer im Kreis. Auf den Zuschauertribünen schwenken die Besucher begeisterte Fahnen mit aufgedruckten Greta-Memes. Alternativ wäre auch ein Formel 1-Rennen à la Monaco möglich.

Die Flugverbindung Dortmund-Düsseldorf

Mal ehrlich: Knapp 80 Kilometer mit dem Auto oder gar mit der muffigen Bahn. Hier muss eine Flugverbindung her. Die Pendler atmen auf (so lange sie noch atmen können).

SUV-Kurzstrecken-Taxis auf Staatskosten

Dortmund 2030: Weil immer weniger Eltern wegen Greta ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, greift die Bundesregierung ein. Wer nicht im SUV zur Schule fährt, wird dazu verpflichtet und zur Not abgeholt. Aber einzeln.

Ironie-Knopf: Off. Diese Ideen sind die dümmsten, die mir auf die Schnelle eingefallen sind. Und ich halte es trotzdem nicht für dumm genug, dass irgendein Ministerium sie nicht vielleicht doch in Erwägung ziehen könnte.

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