Schlepper setzen Asylbewerber in Dortmund ab

Organisierte Kriminalität

Skrupellose Schlepperorganisationen nutzen weltweit das Schicksal politisch verfolgter Flüchtlinge aus und schleusen für viel Geld die Asylbewerber nach Deutschland. Ein Ziel bevorzugtes Ziel ist Dortmund.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 06.04.2011, 05:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Hacheney sind die ersten Flüchtlinge eingezogen.

In Hacheney sind die ersten Flüchtlinge eingezogen.

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Der erste Tag in der Asylbewerber-Erstaufnahme

Die Asylbewerber-Erstaufnahme ist von Aplerbeck nach Hacheney umgezogen. Am ersten Arbeitstag besuchten Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Kommunalpolitiker den Betrieb, den das Ordnungsamt im Auftrag des Landes NRW organisiert. Eine Bürgerinitiative klagt gegen die Erstaufnahme.
04.04.2011
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Ein Flüchtlings-Familie kommt in Hacheney an.© Foto: Bandermann
Teamleiter Anddré Kalcic vom Ordnungsamt an seinem Arbeitsplatz.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Daniel Hasse vom Ordnungsamt an der "Infothek", wo die Flüchtlinge ihre Personalien aufgeben.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
In diesem Saal warten die Flüchtlinge auf den Beginn des Aufnahmeverfahrens.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
In diesem Saal warten die Flüchtlinge auf den Beginn des Aufnahmeverfahrens.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Am ersten Betriebstag besichtigen Mitarbeiter der Verwaltung und Kommunalpolitiker die Erstaufnahme.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Am ersten Betriebstag besichtigen Mitarbeiter der Verwaltung und Kommunalpolitiker die Erstaufnahme.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Das Diakonische Werk der evangelischen Kirche betreibt in der Erstaufnahme eine Beratungsstelle für Flüchtlinge.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Oberbürgermeister Ullrich Sierau (links) informierte sich am ersten Betriebstag über die Arbeit in der Erstaufnahme für Asylbewerber.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Diese Tür führt zur Rezeption, wo die Flüchtlinge erstmals ihre Personalien nennen müssen.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Diese drei Mitarbeiter von European Homecare sprechen insgesamt 23 Sprachen. Sie geben rund um die Uhr Personendaten in den Computer ein.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Blick in ein Schlafzimmer mit fünf Betten.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
So sehen Asylbewerber in der Erstaufnahme einen Arbeitsplatz: Links oben eine Kamera, die ein Portrait aufnimmt. Unten rechts Löcher, durch die kommuniziert wird.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Auch der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Wolfgang Kirsch, kam zur Eröffnung nach Hacheney. Zuvor hatte der LWL 50 Jahre lang auf dem Gelände eine Gehörlasenschule betrieben. Grundstück und Gebäude gehören jetzt der Stadt Dortmund.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Frank Binder leitet die zentrale Ausländerbehörde beim Ordnungsamt. Er weiß von kriminellen Schlepperorganisationen zu berichten, die Flüchtlinge aus den Krisenländern der Welt nach Europa schleusen und dafür viel Geld kassieren.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Das Team von Ingo Moldenhauer vom Ordnungsamt hat den Umzug von Aplerbeck nach Hacheney unter großem Zeitdruck durchgezogen.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Die Pädagogin Tina Kleßen ist für die Firma European Homecare verantwortlich für die Betreuung der Asylbewerber, die bis zu vier Tage in der Erstaufnahme in Hacheney bleiben.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber

Wie berichtet, hatte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes von dem Fall einer aus dem Iran stammenden Familie berichtet, die 30.000 Dollar an die „Schlepper“ zahlen und – in Deutschland angekommen – wieder zurückkehren musste.

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Der erste Tag in der Asylbewerber-Erstaufnahme

Die Asylbewerber-Erstaufnahme ist von Aplerbeck nach Hacheney umgezogen. Am ersten Arbeitstag besuchten Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Kommunalpolitiker den Betrieb, den das Ordnungsamt im Auftrag des Landes NRW organisiert. Eine Bürgerinitiative klagt gegen die Erstaufnahme.
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Ein Flüchtlings-Familie kommt in Hacheney an.© Foto: Bandermann
Teamleiter Anddré Kalcic vom Ordnungsamt an seinem Arbeitsplatz.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Daniel Hasse vom Ordnungsamt an der "Infothek", wo die Flüchtlinge ihre Personalien aufgeben.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
In diesem Saal warten die Flüchtlinge auf den Beginn des Aufnahmeverfahrens.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
In diesem Saal warten die Flüchtlinge auf den Beginn des Aufnahmeverfahrens.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Am ersten Betriebstag besichtigen Mitarbeiter der Verwaltung und Kommunalpolitiker die Erstaufnahme.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Am ersten Betriebstag besichtigen Mitarbeiter der Verwaltung und Kommunalpolitiker die Erstaufnahme.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Das Diakonische Werk der evangelischen Kirche betreibt in der Erstaufnahme eine Beratungsstelle für Flüchtlinge.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Oberbürgermeister Ullrich Sierau (links) informierte sich am ersten Betriebstag über die Arbeit in der Erstaufnahme für Asylbewerber.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Diese Tür führt zur Rezeption, wo die Flüchtlinge erstmals ihre Personalien nennen müssen.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Diese drei Mitarbeiter von European Homecare sprechen insgesamt 23 Sprachen. Sie geben rund um die Uhr Personendaten in den Computer ein.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Blick in ein Schlafzimmer mit fünf Betten.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
So sehen Asylbewerber in der Erstaufnahme einen Arbeitsplatz: Links oben eine Kamera, die ein Portrait aufnimmt. Unten rechts Löcher, durch die kommuniziert wird.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Auch der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Wolfgang Kirsch, kam zur Eröffnung nach Hacheney. Zuvor hatte der LWL 50 Jahre lang auf dem Gelände eine Gehörlasenschule betrieben. Grundstück und Gebäude gehören jetzt der Stadt Dortmund.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Frank Binder leitet die zentrale Ausländerbehörde beim Ordnungsamt. Er weiß von kriminellen Schlepperorganisationen zu berichten, die Flüchtlinge aus den Krisenländern der Welt nach Europa schleusen und dafür viel Geld kassieren.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Das Team von Ingo Moldenhauer vom Ordnungsamt hat den Umzug von Aplerbeck nach Hacheney unter großem Zeitdruck durchgezogen.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber
Die Pädagogin Tina Kleßen ist für die Firma European Homecare verantwortlich für die Betreuung der Asylbewerber, die bis zu vier Tage in der Erstaufnahme in Hacheney bleiben.© Der erste Tag in der Erstaufnahme für Asylbewerber

Solche und andere Fälle ordnet das Bundeskriminalamt (BKA) als „organisierte Kriminalität“ ein. 2008 (jüngere Zahlen gibt es nicht) hatte das BKA bundesweit 32 Schlepper-Organisationen enttarnt.

Doch das Geschäft mit den politisch Verfolgten aus Iran, Irak, Afghanistan, Syrien und Afrika blüht wie der Waffenhandel in den Krisengebieten: Wer das Geld für den teuren Transfer nicht besitzt, muss den Vorschuss abarbeiten – Frauen bevorzugt als Prostituierte.Wollen sie aussteigen, werden die Schlepper zu Erpressern – und drohen damit, ein Mitglied der Familie in der Heimat zu ermorden. Das Leben der so nach Europa geschleusten Asylbewerber sei „tragisch und dramatisch“, sagt auch Jens Flören von der Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin.

Unter teils lebensbedrohlichen Umständen, so Jürgen Karlisch, würden die Flüchtlinge über tausende Kilometer von Grenze zu Grenze gefahren: In nachträglich eingebauten Hohlräumen auf LKW-Ladeflächen. „Es hat schon Todesfälle gegeben“, sagt Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel über die Folgen des unmenschlichen Transports. Die Täter arbeiten streng konspirativ. Zugleich verkaufen sie den Flüchtlingen eine angeblich viel versprechende Geschichte, die zur Asyl-Anerkennung führen soll. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Auch wohlhabende Familien aus Kriegsländern haben so nicht nur ihr Vermögen, sondern auch ihre Heimat verloren.

Irgendwo in Dortmund sind sie ausgesetzt worden. Die letzten Meter bis Hacheney müssen sie selbst schaffen. Bevor ein Flugzeug die Flüchtlinge nach Monaten zurückbringt in das Land, das sie als ihre Heimat aufgegeben haben.

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