Hochwasser-Opfer sind skeptisch: Schluckt das neue Regenrückhaltebecken die Wassermassen?

mlzHochwasserschutz in Dortmund

Die Angst vor neuen Katastrophen sitzt bei den Hochwasser-Opfern tief. Sie befürchten sogar, dass beim Bau des neuen Rückhaltebeckens ein Detail vergessen wurde. Das sagt die Stadt dazu.

Oespel

, 11.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner und Hochwasser-Opfer verfolgen mit großer Skepsis den Bau des neuen Regenrückhaltebeckens am Dorneywald in Oespel. Tief sitzt die Angst bei ihnen vor weiteren Überschwemmungs-Katastrophen. Entsprechend schwer fällt es ihnen, dem neu installierten Hochwasserschutz vor ihrer Haustür zu vertrauen.

Immer wieder haben sich in der Vergangenheit besorgte Bürger in dieser Redaktion gemeldet. Zuletzt befürchteten sie, dass ein wichtiges Detail vergessen wurde: der Einbau einer zweiten gepflasterten Rinne als Zulauf in die ausgebaggerte Fläche.

„Stadtentwässerung hält das Areal im Auge“

Zuständige Fachleute der Verwaltung waren aufgrund dieser Bedenken am Montag (10. 2.) noch einmal vor Ort an der Hedwigstraße und geben Entwarnung: „Alle Arbeiten wurden sachgerecht ausgeführt. Die Anwohner können sicher sein, dass die Stadtentwässerung das Areal im Auge behält, die Situation nach einiger Zeit erneut prüft und, wenn tatsächlich nötig, noch einmal nachbessert“, schreibt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Schon in der Planungsphase habe es Vorort-Termine mit Anliegern und Betroffenen gegeben. „Diese haben berichtet, dass sich bei Starkregen größere Wassermengen am östlichen Rand des Dorneywaldes auf die Hedwigstraße ergießen“, so Pinetzki. Genau das werde durch die erfolgten Baumaßnahmen künftig unterbunden: „Das Niederschlagswasser wird in das dafür vorgesehene Versickerungsbecken umgelenkt.“

Eine gepflasterte Rinne (l.) wie hier hätten sich Anwohner auch auf der anderen Seite gewünscht. Die ist dort aber laut Stadt nicht nötig, weil das Wasser über eine flache Mulde Richtung Bolzplatz abgeleitet wird.

Eine gepflasterte Rinne (l.) wie hier hätten sich Anwohner auch auf der anderen Seite gewünscht. Die ist dort aber laut Stadt nicht nötig, weil das Wasser über eine flache Mulde Richtung Bolzplatz abgeleitet wird. © Beate Dönnewald

Flache Mulde in Richtung Bolzplatz

Außerdem werde das wild abfließende Niederschlagswasser des Hauptweges durch die baulichen Veränderungen an der nördlichen Spitze des Versickerungsbeckens über eine flache Mulde in Richtung Bolzplatz abgeleitet. „Dort befindet sich eine Drainage, so dass das Wasser versickern kann beziehungsweise weiteren Versickerungsbecken zugeführt wird.“

Aufgrund der örtlichen Topografie habe man nur mit sehr flachen Mulden und geringem Gefälle bauen können, so Katrin Pinetzki. „Zudem hatte man sich zum Ziel gesetzt, die erforderlichen Entwässerungsanlagen möglichst naturnah auszugestalten.“

Jetzt lesen

Fassungsvermögen von rund 190 Kubikmetern

Das neue Becken wird ein Fassungsvermögen von rund 190 Kubikmetern haben. 190 Kubikmeter entsprechen 190.000 Liter Wasser. Hinzu kommen noch rund 90 Kubikmeter auf dem benachbarten Bolzplatz am Spielplatz, der auch als sogenannte Notüberlauf-Fläche mit niedrigen Erdwällen und Drainagen dient.

Am Dienstag (11. 2.) haben Arbeiter damit begonnen, einen Zaun um das Regenrückhaltebecken zu bauen. Damit ist auch ein wichtiger Sicherheitsaspekt erfüllt.

Lesen Sie jetzt