Rot markiert soll der „Radwall“ über Ostwall und Schwanenwall führen. © Stadt Dortmund
Radverkehr

Schon vor Baustart: Kosten für Dortmunds Radwall verdoppeln sich

Es soll Dortmunds Vorzeigeprojekt in Sachen Radverkehr werden. Doch schon vor Baustart steht fest, dass der Radwall in der City deutlich teurer wird. Das liegt nicht allein an den Radwegen.

Auf breiten Radwegen und Fahrradstraßen über den Wallring fahren – dieser Radfahrer-Traum soll in den nächsten zwei Jahren am Ost- und Schwanenwall Wirklichkeit werden.

Dort, wo bislang schmale Radwege über verschlungene Pfade führen, sollen die Nebenfahrbahnen so umgebaut werden, dass komfortable Radwege entstehen. Dafür wird Geld aus dem EU- und Landesprogramm „Emissionsfreie Innenstadt“ genutzt. Im November 2019 hat der Rat der Stadt den Grundsatzbeschluss gefällt. Jetzt soll auf Basis der erarbeiteten Ausführungsplanung der Baubeschluss getroffen werden.

Die Kosten sind deutlich gestiegen

Der sieht allerdings andere Kosten vor als bislang genannt wurden: Von gut 2 Millionen Euro war im Herbst 2019 die Rede als die Pläne vorgestellt wurden. Jetzt werden die Kosten auf rund 4 Millionen Euro beziffert. Sie hätten sich also verdoppelt.

Planungsdezernent Ludger Wilde nannte dafür nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands am Dienstag (18.8.) gleich mehrere Gründe. Einer sei die allgemeine Baukostensteigerung. Außerdem seien die Planungen erweitert worden, um Bürgeranregungen aufzunehmen. Dazu gehöre etwa die Verknüpfung des Radwalls mit Straßen im Umfeld.

Es gibt aber auch Kostentreiber, die nichts mit der eigentlichen Radverkehrsplanung zu tun haben. So sollen die Gehwege ausgebessert und Teile der Oberflächenentwässerung erneuert werden. Nötig ist auch ein neuer Untergrund für die verbleibenden Parkplätze. Die alten Betonplatten müssten ersetzt werden, erklärt Wilde.

Dazu komme neben neuem Grün und neuen Schildern auch die nötige Erneuerung der Ampelanlagen. „Wir haben uns gesagt: Wenn wir das machen, dann bilden wir ein Paket, in dem alles drin ist“, sagte Wilde.

Die Kostenerhöhung geht zu Lasten der Stadt. Denn die Fördersumme von rund 1,8 Millionen Euro bleibt bestehen. Jetzt machen die Mittel aus dem Programm „Emissionsfreie Innenstadt“ nur noch rund 40 statt 80 Prozent der Kosten aus.

Verzögerung durch DEW21-Baustelle

Wilde hat auch noch einen weiteren kleinen Wermutstropfen: Bis Ende 2022 kann der Radwall nicht wie zunächst geplant komplett fertiggestellt werden. Zwischen Ostentor und Bornstraße stehen auf dem äußeren Wallring noch Baumaßnahmen von DEW21 für den Umbau des Fernwärmenetzes an. Das verzögert dann die Radwall-Pläne.

Wildes Trost für die Radfahrer: Der Radwall wird auf beiden Seiten des Walls in beiden Richtungen befahrbar sein. An der Innenseite des Walls kann der neue Radweg also komplett bis Ende 2022 angelegt werden.

Voraussetzung ist, dass der Rat der Stadt (noch in alter Besetzung) am 8. Oktober den Baubeschluss fasst. Dann kann die Ausschreibung starten und im Frühjahr 2021 mit dem Bau begonnen werden, kündigt Wilde an.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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