Dr. Prosper Rodewyk ist Bezirkssprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. © KVWL
Hausarzt aus Dortmund

Schon wieder weniger Impfstoff – „Ich fühle mich so langsam verarscht“

Mit deutlichen Worten kritisiert der Hausärzte-Sprecher aus Dortmund die Bundesregierung. Die Auswirkungen des neuerlichen Wirrwarrs bekommen seine Patienten unmittelbar zu spüren.

Wieder kommt weniger Corona-Impfstoff als angekündigt, deutlich weniger als bestellt. Dr. Prosper Rodewyk ist sauer. Zwölf Patienten hatte er für die Woche nach Pfingsten in die Praxis einbestellt, in der er und zwei weitere Ärzte in Hörde praktizieren. Und dann kam die Lieferbestätigung.

Statt zwei „Vials“ bekommt der Bezirkssprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für die Erstimpfung aber nur eins. Heißt: Sechs statt zwölf Impfungen möglich, dem Rest muss man absagen.

Was seit Mittwoch auch nach und nach geschehen sei. Aber: Das alleine ist noch nicht der Grund, warum Rodewyk sich so ärgert.

„Man sagt: Ihr sollt euch alle impfen lassen“

Vielmehr sind es die Aussagen aus Berlin, die er immer wieder hört: Bald sei doch die Impfpriorisierung aufgehoben. Dann könne man ganz vielen Menschen in Deutschland Impfangebote machen. „Man sagt: Ihr sollt euch jetzt alle impfen lassen. Und: Meldet euch doch am besten bei eurem Hausarzt.“

Aber der Impfstoff sei ja knapp. Zwar bekommt auch Rodewyks Praxis neun weitere „Vials“, also 54 Impfdosen mehr. Aber: nur für die Zweitimpfung.

Was der Ärztesprecher von der Bundesregierung erwartet

„Ich fühle mich wirklich so langsam verarscht“, sagt Rodewyk in aller Deutlichkeit. Es seien doch die Praxen vor Ort, die ausbaden müssten, wenn es anderswo Ankündigungen und Versprechungen geben.

„Ich erwarte von der Bundesregierung wirklich, dass sie sich jetzt endlich mal hinstellt und sagt: Wir haben nicht genügend Impfstoff.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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