Schrottaffäre am Theater: Freispruch für technischen Direktor

Amtsgericht Dortmund

In der sogenannten "Schrott-Affäre" am Theater Dortmund hat das Amtsgericht am Freitag den technischen Direktor vom Vorwurf der Beihilfe zur Unterschlagung freigesprochen. Der Prozess erbrachte nicht den kleinsten Anhaltspunkt dafür, dass der 58-Jährige von dem illegalen Schrottverkauf durch Theater-Mitarbeiter gewusst hat.

DORTMUND

26.02.2016, 15:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Theater Dortmund.

Das Theater Dortmund.

Mit einem Seufzer der Erleichterung quittierte der Angeklagte die Entscheidung der Einzelrichterin. Die Last, die ihm der Freispruch von den Schultern nahm, war für jeden im Saal deutlich sichtbar. 2009 hatte der technische Direktor seine Stelle beim Theater angetreten. Eine Einweisung hatte er nie bekommen.

Und so geschah es, dass die übrigen Mitarbeiter im technischen Betrieb einfach so weitermachten, wie sie es seit Jahren gewohnt waren.

Weihnachtsfeiern und Partys finanziert

Das hieß: Jedes Mal, wenn ein Bühnenbild ausgedient hatte und entsorgt werden sollte, wurde das Altmetall gesondert gesammelt und anschließend bei verschiedenen Schrotthändlern gegen Bargeld verkauft. Mit den Einnahmen finanzierten die Arbeiter unter anderem ihre Weihnachtsfeiern und andere Partys. 

„Ich habe nie an einem solchen Fest teilgenommen“, sagte der technische Direktor. Und er habe auch nichts von den illegalen Gepflogenheiten gewusst. Mehr als zwei Dutzend Theater-Mitarbeiter sind im Zusammenhang mit der Affäre auch ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Ihre Verfahren wurden größtenteils gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt.

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