Schüler und Lehrer machen sich auf den Weg in die digitale Zukunft

mlzGesamtschule Scharnhorst

In den Klassenzimmern der Gesamtschule Scharnhorst stehen Monitore, die so groß sind wie herkömmliche Tafeln. Doch sie können eine ganze Menge mehr.

Scharnhorst

, 20.02.2019, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gesamtschule Scharnhorst hat 15.000 Euro von der Bezirksvertretung Scharnhorst für einen Klassensatz i-Pads bewilligt bekommen. Doch die Geräte sind nur ein kleiner Teil einer groß angelegten Digitalisierungsoffensive, die von Bund und Land finanziert wird.

So ist die Schule am Mackenrothweg mit 75 Touchmonitoren ausgestattet worden. Das sind Bildschirme, die so groß wie eine Tafel sind und vielfältig eingesetzt werden können.

Filme können gezeigt werden

Man kann darauf schreiben wie auf der alten Tafel, Filme abspielen, alte Tafelbilder archivieren oder sich sämtliche Software herunterladen, die das Schulleben für Schüler und Lehrer einfacher macht. Lehrer Eric Degenhardt sagt: „Damit haben wir zwar kein Alleinstellungsmerkmal, weil es das auch an anderen Schulen gibt, aber wir gehören durchaus zu den Pionieren.“

Ein paar Anwendungsbeispiele für solche Touchmonitore:

  • Im Sportunterricht kann eine Webcam angeschlossen werden und zum Beispiel der Aufschlag beim Volleyball aufgezeichnet und dem Schüler anschließend sofort vorgeführt werden. Auf diese Weise lassen sich laut Lehrer Philipp Winkelmann Bewegungsabläufe viel besser vermitteln als zuvor. Er sagt: „Wenn man dem Schüler sagt, dass er beim Handstand die Füße zusammenhalten muss und er seinen Fehler gleichzeitig auf dem Monitor sieht, prägt sich das viel besser ein als ohne die optische Unterstützung.“
  • Im Mathe-Unterricht können aufwendige Grafiken gezeigt werden, für deren Erstellung auf einer herkömmlichen Tafel der Lehrer viel zu lange brauchen würde. Am nächsten Tag kann dasselbe Tafelbild wieder aufgerufen werden. Da muss zwischendurch nichts weggewischt werden, weil vielleicht ein anderer Lehrer die Tafel braucht.
  • Im Sprachunterricht können Hörverstehensübungen leicht umgesetzt werden.
  • Natürlich können relevante Inhalte aus dem Internet gezeigt werden.
  • Die Schüler können ihre Hausaufgaben oder Präsentationen direkt per Handy oder I-Pad auf den Monitor projizieren, sodass die ganze Klasse daran teilhaben kann.
  • Auch die Lehrmaterialien der Schulbuchverlage sind heute keine reinen Bücher mehr. An vielen Stellen werden Multimedia-Dateien oder Internet-Verweise angeboten, die auf den großen Monitoren gezeigt werden können.

Viele Schüler würden erst jetzt so richtig verstehen, dass ihr Handy eben nicht nur zum Chatten oder Spielen taugt, sondern sie damit auch arbeiten können, sagen die Lehrer, die sich mit der neuen Technik bereits vertraut gemacht haben und damit umgehen – so wie Philipp Winkelmann.

Er habe in einem 13er-Deutschkurs ein Lernportal eingerichtet. Darauf haben alle Schüler des Kurses Zugriff und können ihre Ergebnisse austauschen und darüber diskutieren.

Multimedia-Dateien

Seiner Ansicht nach, so Eric Degenhardt, sei es heute einfach die Pflicht von Schulen, ihre Schüler gut vorbereitet in eine immer digitaler werdende Welt zu entlassen. Dazu gehört zum Beispiel auch die Kenntnis, wie man mit Office-Programmen wie Word oder Excel umgeht.

Dennoch: Die neuen Riesenbildschirme sollen die alten Tafeln (noch) nicht ersetzen, sondern vielmehr ergänzen. Es sei sicherlich ein längerer Prozess hin zur digitalen Schule.

Sicher auch ein Prozess, von dem Eric Degenhardt glaubt, dass sich das eine oder andere als Irrweg erweisen könne und wieder über Bord geworfen werden müsse. Insgesamt jedoch sei die Richtung hin zur Digitalisierung auch in der Schule nicht mehr umkehrbar.

Selbstständiges Lernen

Dazu gehöre auch eine spezielle Begabtenförderung, wie Lehrer Christian Hartwig ausführt, sowie eine Umstellung des gesamten Lernens – weg von einen sturen täglichen Hausaufgabe, hin zu Lernzielen, die für die Schüler etwa wochenweise formuliert werden und die jeder dann ganz nach eigenem Können und Zeitplan individuell erreichen könne. „Selbstständiges Lernen“ nennt Christian Hartwig das.

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