Beschwerden aus vielen Stadtteilen: Linienbusse lassen Schüler in Dortmund stehen

mlzBus und Bahn

Nach der Beschwerde einer Schülerin in Dortmund wird deutlich: In vielen Ecken der Stadt sind die Busse morgens völlig überfüllt, sodass viele zu spät zur Schule kommen. So antwortet DSW21.

von Jakob Schiffer

Dortmund

, 09.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Deusener Schülerin Chiara Wientjes (15) hat sich an unsere Redaktion gewandt hat, um sich über ihren Bus zur Schule, den E447, zu beschweren. Der sei oft stark überfüllt und würde deshalb häufig nicht an ihrer Haltestelle halten, weil kein Schüler mehr in den Bus passt. Das Betreiber-Unternehmen DSW21 dementierte diesen Vorwurf gegenüber unserer Redaktion.

Nun stellt sich heraus: Das Problem beschränkt sich nicht nur auf den Dortmunder Westen, sondern betrifft offenbar das gesamte Gebiet der DSW21. Nach der Online-Veröffentlichung des Artikels melden sich immer mehr Leser und schildern ähnliche Fälle.

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So kennt zum Beispiel auch Laura Hollinger aus Scharnhorst das Problem. Ihre Tochter fährt morgens mit der Linie 420 zur Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel. Nachdem der Bus häufig verspätet war und sie mehrmals vom Busfahrer stehen gelassen wurde, nimmt sie nun sicherheitshalber den Bus bereits um 7.10 Uhr - eine halbe Stunde früher als vorher.

Allerdings komme es immer noch zu Verspätungen, sodass das Mädchen oft trotz der früheren Abfahrt nicht pünktlich zu Unterrichtsbeginn in der Schule sei. Hollinger ist verärgert: „Das Problem gibt es ja nicht erst seit gestern. Da muss doch irgendwie eine Lösung gefunden werden.“

Sebastian Barth bestellte das Ticket seiner Tochter ab

Aufgrund der vielen Unannehmlichkeiten haben viele Kunden der DSW21 bereits Konsequenzen gezogen. So auch Sebastian Barth aus Castrop-Rauxel. Nachdem seine Tochter mit verspäteten und überfüllten Bussen der Linie 482 zu kämpfen hatte, rief er bei der Firma an, um sich zu beschweren.

Doch der Anruf bewirkte nichts: „Die Quintessenz des Gesprächs war: Da können wir aktuell nichts machen.“ Barth bestellte daraufhin das Schokoticket seiner Tochter ab: „Sie nimmt jetzt morgens das Fahrrad oder wird mit dem Auto gefahren.“

Neben den frustrierten Eltern merken auch die Dortmunder Schulen, dass ihre Schüler Probleme mit den Bussen haben. Ulrich Gerdesmeyer, stellvertretender Leiter der Theodor-Heuss-Realschule in Eving ist die Problematik schon seit einiger Zeit bekannt: „Wir haben in den letzten Jahren immer wieder gehört, dass Schüler zu spät gekommen sind, weil der Bus durchgefahren ist.“ Auch aus Aplerbeck melden sich Betroffene.

DSW21 braucht Zeit, um die Beschwerden zu prüfen

Die Dortmunder Stadtwerke zeigen Verständnis für die Betroffenen. Britta Heydenbluth, Pressesprecherin der DSW21, stellt klar: „Wir nehmen die Beschwerden ernst.“ Man brauche allerdings noch Zeit, um die Vorwürfe zu prüfen.

Nach Eingang der Beschwerden werden Mitarbeiter losgeschickt, die an den betroffenen Haltestellen die Auslastung der Busse überprüfen und sich einen Überblick über die Situation verschaffen. Danach könnten gegebenenfalls Maßnahmen getroffen werden.

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