Schüsse an der Hohen Straße: Entscheidung über Polizisten gefallen

mlzMann untergetaucht

Zwei Polizisten haben im März in der Innenstadt einen Mann angeschossen, weil sie sich bedroht fühlten. Jetzt ist klar, wie es mit den Beamten weitergeht. Nach dem Angeschossenen wird gesucht.

Dortmund

, 12.09.2019, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein Dienstagabend im März gegen 22 Uhr, als an der Hohen Straße in Sichtweite des Polizeipräsidiums zwei Schüsse fielen. Polizisten hatten ihre Waffen gezogen und schließlich einen 45-jährigen Mann schwer verletzt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft über das Verfahren entschieden.

Wie genau hat es sich damals am 19. März an der Ecke der Hohen Straße zur Hopfenstraße abgespielt? Und wann dürfen Polizisten auf Verdächtige schießen? Diese Fragen waren die zentralen Bestandteile der Ermittlungen, an deren Ende nun klar ist: Das Verfahren wird eingestellt, die Polizisten haben keine Konsequenzen zu befürchten.

Eine Polizeistreife wollte den 45-Jährigen kontrollieren, weil er sich verdächtig verhalten haben soll. Zeugen hatten den Eindruck, er wollte eine Spielhalle in der Nähe überfallen. Beim Anblick der Beamten rannte der Mann über die Hohe Straße davon. Als die drei Polizisten ihn stellen konnten, zog er einen spitzen Gegenstand hervor und hielt ihn hoch.

Die Polizisten zogen drohend ihre Waffen. „Unbeteiligte Zeugen haben bestätigt, dass der Mann mehrfach aufgefordert wurde, den Gegenstand wegzulegen und sich nicht zu bewegen“, sagt jetzt Staatsanwalt Henner Kruse. Drei bis fünf Meter sei er von den Polizisten entfernt gewesen und habe „zumindest Anstalten gemacht, auf sie zuzugehen“.

Zwei der Polizisten schossen jeweils einmal auf den Mann, er wurde im Oberkörper und im unteren Bauchbereich mit glatten Durchschüssen getroffen. Lebensgefahr habe nicht bestanden, berichtet der Staatsanwalt. Als der schwer verletzte Mann zusammenbrach, wurden neben ihm ein Zirkel und eine Schere gefunden.

Zirkel sah aus wie ein Butterfly-Messer

Es ist nicht 100-prozentig klar, welchen der Gegenstände der Mann in der Hand hielt, die Ermittler gehen aber nach Zeugenaussagen von dem Zirkel aus. Er habe in der Hand mit den zwei Griffen wohl ausgesehen wie ein Butterfly-Messer, sagt Kruse: „Wir gehen davon aus, dass der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt war.“

Nach dem Angeschossenen wird gefahndet

Mit der Entlastung der Polizisten ist der Vorfall aber noch nicht abgehakt. Den Angeschossenen erwartet ein Verfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Doch der Mann ist aktuell nicht aufzufinden.

„Zum Zeitpunkt des Vorfalls hat er in einem Hotel genächtigt“, sagt Henner Kruse, es sei keine korrekte Meldeanschrift von dem Mann bekannt. Als er nach den Schüssen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ist der Mann untergetaucht. „Es wird nach ihm gefahndet“, sagt der Staatsanwalt.

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