Der Angeklagte neben Verteidigerin Denise Gerull im Dortmunder Landgericht. © Jörn Hartwich
Versuchter Totschlag

Schüsse aufs Klinikum: Szenen wie aus einem Mafia-Film in Dortmund

Vor dem Klinikum Dortmund fallen plötzlich Schüsse. Einer durchschlägt die Scheibe zum Foyer. Nun beschäftigt der Fall das Dortmunder Schwurgericht.

Es waren Szenen, wie aus einem Mafia-Krimi: In der Nacht auf den 14. September 2019 fielen im Dortmunder Klinikviertel plötzlich Schüsse. Eine Kugel durchschlug eine Glasscheibe des Klinik-Foyers an der Beurhausstraße. Seit Mittwoch steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Der Angeklagte ist 24 Jahre alt und war nach der Tat in Köln festgenommen worden. Er hatte zwar eine Meldeanschrift in Dortmund, war dort aber offenbar nur selten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er damals vom Rücksitz eines schwarzen Golfs geschossen hat – durch das heruntergelassene Fenster. Das mutmaßliche Opfer war laut Anklage nur knapp verfehlt worden. Trotzdem habe der Angeklagte tödliche Verletzungen zumindest in Kauf genommen.

Hintergrund der Tat war offenbar eine Auseinandersetzung in der Nordstadt. Nach einem Streit in einem Café waren zwei Gruppen im Umfeld von Borsigstraße und Stahlwerkstraße aneinander geraten. In der Anklage ist auch von einem Messer die Rede.

Die verletzten Personen hatten sich offenbar später im Klinikum behandeln lassen. Dort waren die beiden Gruppen dann wohl noch einmal aufeinandergetroffen. Zum Prozessauftakt hat sich der Angeklagte noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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