Schul-Wutbrief eines Vaters aus Dortmund: Antwort aus dem Landtag

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Ein Dortmunder Vater hat in Sachen Schule emotionale Worte an die NRW-Schulministerin und eine SPD-Landtagsabgeordnete gerichtet. Jetzt hat er eine Antwort erhalten.

Dortmund

, 27.05.2020, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dortmunder Kai Hansmeier hat eine erste Antwort auf seinen offenen Brief an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und die Dortmunder SPD-Landtagsabgeordnete Nadja Lüders erhalten. Hansmeier hatte in einem Schreiben die Schulpolitik der vergangenen Woche aus Sicht einer Dortmunder Familie deutlich kritisiert und eine Rückkehr zu mehr Unterricht in den Klassenräumen gefordert.

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Nun hat die Landtagsabgeordnete und Generalsekretärin der NRW-SPD, Nadja Lüders, dem Dortmunder in einer E-Mail geantwortet, die auch dieser Redaktion vorliegt.

Landtagsabgeordnete stimmt dem Dortmunder Vater in vielen Punkten zu

Lüders schreibt: „Sie äußern sehr viele absolut zutreffende Beobachtungen, angefangen vom Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen auf altersgerechte Kontakte, über die Verschärfung von Ungleichheiten hinsichtlich sozialer Lagen und dem Bildungsstand, bis hin zur Belastung und Überlastung von Eltern mit der Übernahme von Heimunterricht.“

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Die Situation der vergangenen zehn Wochen sei aus der Not heraus geboren. „Sie muss aber nun gegen eine neue Perspektive eingetauscht werden“, so Nadja Lüders. „Das Vorgehen der Landesregierung hat nicht nur Sie enttäuscht, auch als Opposition konnten wir uns an vielen Stellen über das kopflose Vorgehen nur ärgern.“

In einem Punkt widerspricht die Dortmunder SPD-Abgeordnete

Sie widerspricht deutlich dem ebenfalls vom Dortmunder Vater geäußerten Eindruck, die Politik kümmere sich nicht um die Belange von „einfachen Bürgern“ und Familien mit Kindern. Als Beispiel dafür führt sie die von der SPD auf Bundesebene mitinitiierten Hilfspakete für Arbeitnehmer, Selbstständige, Eltern und Mieter an.

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In der Sitzung des NRW-Landtags am Mittwoch (27.5.) war die Zukunft der Schulen ein bestimmendes Thema. Unter anderem gab es einen Antrag der SPD, den Lüders auch in ihrem Antwortbrief an Kai Hansmeier erwähnt. Dieser sah ein Drei-Phasen-System vor, nach dem Schulen wieder mehr Präsenzunterricht und Offenen Ganztag anbieten könnten und in dem Kinder Anspruch auf ein Leihgerät haben. Der Antrag wurde mit Stimmen von CDU, FDP und AfD abgelehnt.

Schulministerin will eigenes Konzept für Sommerferien vorstellen - aber es gibt noch offene Fragen

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) stellte stattdessen in Aussicht, dass in Kürze ein Konzept für Bildungsangebote in den Sommerferien vorgestellt werde. „Finanzielle Fragen“ befänden sich aktuell in der Klärung. Aber es werde in jedem Fall Angebote in den Sommerferien geben.

Über das kommende Schuljahr sagte Gebauer, dass es als Schulministerin ihr Ziel sei „möglichst viel Präsenzunterricht möglich zu machen“. Zu diesem Ziel trügen alle mit ihrem Verhalten in Sachen Abstand und Hygiene in den nächsten Wochen bei.

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Gebauer verteidigte das Vorgehen des Schulministeriums in den zurückliegenden Wochen. Bei den häufig thematisierten Fragen nach Reinigung und Hygiene in den Schulen betonte sie die Verantwortung der Kommunen als Schulträger.

Dortmunder Elternvertreter und auch die Schulverwaltung hatten zuletzt deutlich gemacht, dass bis spätestens Mitte Juni einen verbindlichen Plan für das Schuljahr 20202/21 vorliegen sollte, um vernünftig planen zu können.

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