Schule in Corona-Zeiten: So funktioniert das Lernen ohne Klassenzimmer

mlzSchulen in Dortmund

Die Corona-Krise traf die Dortmunder Schulen mit voller Wucht. Was vorher Zukunftsdenken war, ist plötzlich Realität: das Lernen von Zuhause. Ein Aplerbecker Gymnasium zeigt, wie es gehen kann.

Aplerbeck

, 25.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

E-Learning heißt das neue Zauberwort an den Dortmunder Schulen – auch am Gymnasium an der Schweizer Allee (Gadsa) in Aplerbeck. Elektronisches Lernen, was nichts anderes ist, als dass Schüler und Lehrer räumlich voneinander getrennt sind. Über Wochenpläne funktioniert das System an einem der größten Dortmunder Gymnasien.

Die Lehrer basteln diese aus dem aktuellen Stoff, den der Lehrplan vorgibt, zusammen, schicken die Pläne an die Schüler. Die bearbeiten diese und schicken sie zurück.

Eine vernünftige Technik muss es sein

Hört sich erst einmal einfach an, doch das Konzept erfordert eine enorme Logistik, technisches Verständnis und vor allem ein Programm, mit dem auch alles funktioniert. Ohne die richtige Technik klappt das Lernen auf Entfernung nicht.

Björn Rauhaus, Lehrer für Deutsch und Sport am Gymnasium an der Schweizer Allee, vor seinem virtuellen Klassenzimmer.

Björn Rauhaus, Lehrer für Deutsch und Sport, vor seinem virtuellen Klassenzimmer. © Jörg Bauerfeld

Dem Aplerbecker Gymnasium erging es am 16. März 2020 so wie allen anderen Schulen in Dortmund. Aufgrund des Coronavirus musste die Schule ihre Türen schließen. Die 100 Lehrer und mehr als 1200 Schüler hatten plötzlich ein Problem. Wie kann ich die Arbeit an einer Schule am Laufen halten, ohne Unterricht vor Ort?

Schon 2017 erste Versuche am Gadsa

In Aplerbeck hatte man da schnell eine Lösung. Denn das Gymnasium hatte im gewissen Sinne schon ein wenig voraus gedacht. An der Schweizer Allee gab es schon 2017 die ersten Versuche mit dem E-Learnig.

„Es muss ja auch in dieser Situation Unterricht möglich sein.“
SCHULLEITERIN INGE LEVIN

„Wir haben etwa vor drei Jahren mit der Digitalisierung angefangen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Heiko Hörmeyer. Zunächst wurde an der Schul-Homepage gearbeitet, dann ging es an ein Lern-Management-System. „Da haben wir uns dann für ein Angebot eines größeren Anbieters entschieden“, so Hörmeyer.

Natürlich war auch der Datenschutz ein Thema. Denn schließlich sind alle Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse und alle Lehrkräfte in diesem digitalen Klassenzimmer vertreten. Bei den Schülern der Klassen 5 bis 7 greift am Gadsa ein anderes System. Hier gibt es noch kein digitales Klassenzimmer.

Die Wochenpläne gehen per Mail an die Eltern, die Lehrer sind ebenfalls per Mail zu erreichen. Das habe etwas mit dem Zugriff auf das Internet zu tun. Das wolle man bei den Jüngeren noch nicht „ungeschützt“ zulassen.

Schutz ist aber auch beim E-Learning ab der 8. Klasse ein Thema. Der sei aber vorhanden. „Es entspricht alles der Datenschutzgrundverordnung“, sagt Hörmeyer.

Jetzt lesen

Seit Anfang des Schuljahres gab es mit dem digitalen Klassenzimmer schon eine Art Testbetrieb an der Aplerbecker Schule. „70 Kolleginnen und Kollegen nutzen dieses digitale Klassenzimmer seitdem schon“, sagt Schulleiterin Inge Levin. „Nicht um Unterricht abzuhalten, sondern um einfach Texte und Aufgaben zu koordinieren.“

Davon profitiert die Schule nun. „Es muss ja auch in dieser Situation Unterricht möglich sein“, sagt Inge Levin. Die Lehrkräfte stellen also Aufgaben ins Netz, die Schüler bearbeiten die Aufgaben und haben bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Zeit, diese Aufgabe wieder abzugeben. Wichtig sei dabei aber auch: Die Ergebnisse des Wochenplans seien nicht notenrelevant.


Wann die Aufgaben erledigt werden, ist dabei den Schülern überlassen. Für die Bearbeitung eines Wochenplans ist eben eine Woche Zeit. Und falls es Fragen gibt? „Wir haben auch eine Chat-Funktion, mit der die Schüler den Lehrer auch zu bestimmten Zeiten erreichen können“, sagt Hörmeyer.

Sogar Sport ist möglich

Das funktioniere sogar beim Sportunterricht, so Björn Rauhaus. Der ist Lehrer für Deutsch und Sport und muss dafür sorgen, dass bei den Schülern nicht nur die grauen Zellen in Bewegung bleiben, sondern auch die Schüler selbst. „Das funktioniert in Form von YouTube-Videos“, sagt Rauhaus. Die Schüler bekommen von einem entsprechenden Video einen Link geschickt, öffnen diesen auf ihrem Computer und können so Sport machen.

Aber wie lange wird es das E-Learning noch geben? „Wir planen jetzt erst einmal bis zu den Osterferien“, sagt Inge Levin. Wie es danach weitergehe, müsse man sehen. Das Gymnasium an der Schweizer Allee ist so oder so gut vorbereitet.

Lesen Sie jetzt