Schule macht schön locker

hörde Gisela Arend Das Phoenix-Gymnasium feierte gestern mit einer kleinen Party den 40. Geburtstag der Schule. Redakteur Peter Bandermann sprach mit der Lehrerin (Foto), die seit 1972 an der Seekante unterrichtet und 1967 als Referendarin angefangen hat, über Schule früher und heute.

07.09.2007, 14:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Frau Arend, was ist denn heute anders als vor 40 Jahren?

Arend: Heute ist das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern viel entspannter, der Ton ist auch lockerer.

Was hat sich im Unterricht geändert?

Arend: Die Gruppenarbeit war damals überhaupt nicht geläufig, die Inhalte hat der Lehrer fragend entwickelt. Heute gibt es eine viel größere Methodenvielfalt - aber: Ein ordentlicher Lehrervortrag kann nicht schaden.

Über Lehrer gibt es viele Meinungen. Wie lautet Ihre?

Arend: Lehrern wird heute viel mehr abverlangt. Vor 40 Jahren hatten wir die Unterrichtsvorbereitung, den Unterricht und hin und wieder mal eine Konferenz. Heute gibt es einen viel größeren Aufwand, deutlich mehr Arbeit und Gespräche unter Kollegen oder mit Eltern und Schülern. Auch bei psychischen und sozialen Problemen.

Was ist bei Eltern anders?

Arend: Viele Eltern gehen davon aus, dass sich die Lehrer wie ein Dienstleistungsbetrieb um wirklich alles kümmern müssen. Aber alles, was am Nachmittag nach der Schule geschieht, ist außerhalb unserer Verantwortung.

Lehrer bewältigen einen größer werdenden Verwaltungsaufwand. Sind Ihnen Lernstandserhebungen oder andere Statistiken lieb geworden?

Arend: Durchaus nicht. Alles, was verwaltet werden muss, habe ich immer abgelehnt. Sonst hätte ich ja bei der Stadt anfangen müssen.

Was denken Schüler über Sie?

Arend: Sie halten mich für streng und glauben, dass ich hart benote. Ich finde mich mit einer gewissen unterhaltenden Art aber auch lustig. Und so hart benote ich nun auch wieder nicht.

Sie würden wieder Lehrerin werden?

Arend (zögert): ... es gibt schlimmere Berufe, aber mit jungen Leuten umzugehen, das hat doch hohen Unterhaltungswert.

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