Schule nach den Osterferien? Jeder fünfte Lehrer gehört zur Risikogruppe

mlzCoronavirus

Die Lehrergewerkschaft GEW in Dortmund sieht keine Chance für einen Schulbeginn nach den Osterferien, nennt dafür gleich mehrere Gründe und verbindet damit eine Forderung.

Dortmund

, 14.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn an diesem Mittwoch die Ministerin verkündet, wie es nach dem Ende der Osterferien in den Schulen weitergehen soll, kann dies nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Dortmund nicht bedeuten, dass ab Montag die Schulen geöffnet sind und regulärer Unterricht stattfindet. Das Zeitfenster sei viel zu gering.

„Egal, wann und wie Frau Gebauer den Einstieg vorgibt“, erklärt Volker Maibaum für die GEW Dortmund, „brauchen die Schulen mindestens eine Woche, um alle Vorbereitungen zu treffen und mit dem Schulträger alle Voraussetzungen zu klären.“

Damit ist aus Sicht der GEW Dortmund der 20. April nicht zu realisieren. Allein die Frage, wie die Schülerinnen und Schüler in die Schule kämen, müsse durch den

Schulträger geklärt sein. Die Abstandsregelungen seien in den Schulbussen nicht zu halten, auch wenn nicht alle zur gleichen Zeit kämen.

„Sind die Dortmunder Stadtwerke in der Lage, nur bestimmte Schülergruppen zu bestimmten Schulstandorten zu bringen und dabei die Kapazitäten in den Bussen und Bahnen den Abstandsregelungen entsprechend anzupassen?“ fragt sich die GEW Dortmund.

Hygienische Voraussetzungen

Darüber hinaus müssten in den Schulen die hygienischen Voraussetzungen geprüft und eventuell angepasst werden. „Ist eine tägliche Nassreinigung der Räume und eventuell eine mehrfache tägliche Reinigung der Toiletten und sanitären Anlagen zu realisieren?“ lautet eine weitere Frage der Lehrergewerkschaft.

Unklar ist aus der Sicht der GEW, welches Personal für welche Aufgaben zu Verfügung steht. „Teilweise haben Schulen 20 Prozent Beschäftigte, die selber zur Risikogruppe gehören,“ erklärt Volker Maibaum, „diese fehlen auf jeden Fall. Für die anderen ist nicht geklärt, wie diese unter den Bedingungen des Infektionsschutzes eingesetzt werden können.“

Abschlussnoten als Abitur anerkennen

All dies spreche gegen einen Schulbeginn direkt nach den Osterferien, sagt Maibaum. In Verantwortung gegenüber den Schülerinnen und Schülern solle jetzt endlich klar gesagt werden, dass weder die Abiturprüfungen noch die zentrale Abschlussprüfung Klasse 10 durchgeführt werden können, fordert er: „Statt dem Fetisch Zentralabitur anzuhängen, sollte die Ministerin klar sagen, dass alle ihre Abschlussnoten und ihr Zeugnis bekommen sowie dass dies bundesweit anerkannt wird.“

Er erinnert daran, dass die Mehrheit der akademisch ausgebildeten Menschen in diesem Lande, bis vor zehn Jahren kein Zentralabitur gemacht habe. Maibaum: „Wenn Schulen wieder einsteigen, haben die Lehrkräfte und die

sozialpädagogischen Fachkräfte besseres zu tun, als zentrale Prüfungen vorzubereiten.“

Lesen Sie jetzt