Schuljahr 20/21: Bis Mitte Juni brauchen Eltern und Schulen Klarheit

mlzDigitaler Stammtisch

Beim Thema Schule hat Dortmund großen Redebedarf. Das hat der Digitale Stammtisch zum Thema „Bildung am Abgrund“ gezeigt. Es gab auch Aussagen dazu, wie es im nächsten Schuljahr weitergeht.

Dortmund

, 20.05.2020, 22:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Digitalen Stammtisch haben sich am Mittwoch (20. Mai) Dortmunds Schuldezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) und Anke Staar, Vorsitzende der Stadteltern Dortmund, für ein Video-Gespräch mit den Reportern Felix Guth und Kevin Kindel zusammengeschaltet.

„Bildung am Abgrund – Wie geht es weiter in Kitas und Schule?“ lautete die Leitfrage für das Gespräch, an dem sich Leser mit Kommentaren beteiligt haben.

Kitas öffnen bald wieder für alle Kinder - in Schulen ist das nicht sicher

Es wurde deutlich, wie tiefgreifend die Veränderung ist, die das Bildungssystem gerade durchmacht. Während die Kitas ab dem 8. Juni in einen „eingeschränkten Regelbetrieb“ zurückkehren, sind Schulen von ihrem eigentlichen Auftrag nach wie vor weit entfernt - trotz kleiner Fortschritte wie einzelnen Präsenztagen für alle Schüler oder mehr Geld für die Grundreinigung der Schulen in Dortmund.

Das gesamte Gespräch (ca 56 Minuten) können Sie sich hier im Facebook-Re-Live ansehen:

Dabei herrschte bei Anke Staar und Daniela Schneckenburger Einigkeit darüber, dass das aktuelle rollierende System mit einzelnen Tagen in großem zeitlichen Abstand nicht optimal sei.

Elternvertreterin: „Der Fokus hat nicht auf denen gelegen, die es wirklich brauchen.“

Beide wiederholten zudem ihrer Kritik an Entscheidungen der vergangenen Wochen. Schneckenburger sprach von „Reibungsverlusten in der Kommunikation mit dem Ministerium“. Anke Staar hält das Festhalten am „Prüfungsdogma“ für einen von mehreren Fehlern und kritisierte: „Der Fokus hat zu wenig auf denen gelegen, die es wirklich brauchen, auf den Jüngsten und den Schwächsten.“

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„Die häufigste Frage, die ich höre, ist, wie es weitergeht und wann es wieder eine planbare Verlässlichkeit gibt“, sagte Staar. Schuldezernentin Daniela Schneckenburger umriss klar, bis wann die Schulverwaltung von der Landesebene Klarheit über das nächste Schuljahr brauche.

Das Ministerium muss möglichst schnell Klarheit für Eltern und Kommunen schaffen

„Bis Mitte Juni“ müsse das Schulministerium klar sagen, ob es einen Weg zurück in die Normalität gibt. Oder ob das nicht möglich ist, weil an den Schulen das Personal fehlt.

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„Mitte Juni ist zu spät“, sagte Elternvertreterin Anke Staar. Viele Familien, die ihren Jahresurlaub in den Schließungswochen aufgebraucht haben, benötigten bereits für die Sommerferien ab dem 29. Juni Sicherheit bei der Betreuung.

Dass es auch nach den Sommerferien keinen vollständigen Unterricht für alle Schüler geben wird, halten Staar und Schneckenburger für wahrscheinlich.

Kontroverse Diskussion über das Thema Homeschooling

Kontrovers diskutieren viele Eltern das Thema Homeschooling und Lernen mit digitalen Hilfsmitteln. Hier macht Anke Staar große Unterschiede innerhalb Dortmunds aus. „Es ist bunt wie eine Kornblumenwiese“, sagt die Stadteltern-Vorsitzende. Daniela Schneckenburger sieht viel Positives auf dem Weg. „Aber in dieser Dimension waren wir nicht auf diese Krise vorbereitet.“

„Wenn einen bestimmten Anteil Distanzlernen beibehalten, setzt das voraus, dass die technischen Möglichkeiten vorhanden sind, wie man die digitale Lücke schließen kann, die jetzt sichtbar geworden ist“, so die Schuldezernentin.

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Dabei gehe es um die Ausstattung von Kindern mit Geräten, die sie auch zuhause nutzen können (und die dann auch versichert sind). Weil das nicht „mit einem Fingerschnips“ zu lösen sein, gehe müsse es zudem „Brückenangebote“ geben wie öffentliches W-Lan oder Leihgeräte.

Zugleich müssten aber auch Lehrer in die Lage versetzt werden, mit den Hilfsmitteln zu arbeiten, forderte Elternvertreterin Anke Staar. Sie wies daraufhin, dass zwar für den Präsenzunterricht nur 60 Prozent der Lehrer verfügbar seien, aber 100 Prozent digital arbeiten könnten. „Wir dürfen nichts unversucht lassen und müssen Bildung neu denken.“

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