Radweg Phoenix-West: Wilde Müllkippen oder ökologisch sinnvoll?

mlzRadweg zum Phoenix-See

Schuttberge am neu angelegten Radweg? Geht doch gar nicht. Doch, so die überraschende Auskunft vom Phoenix-West-Entwickler NRW.Urban. Und der Grund überrascht.

Hörde

, 11.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo vor knapp 20 Jahren Züge auf der Elias-Trasse von Ost nach West und zurück fuhren, ist heute ein beeindruckender Rad- und Fußweg entstanden. Er führt über die alte Werkbahntrasse, die einmal von den Hochöfen auf Phoenix-West zum Stahlwerk verlief, wo heute der Phoenix-See zu finden ist.

Radweg Phoenix-West: Bürger wundern sich über Schutthaufen

Hochfrequentiert ist der Weg, der in Richtung Osten am See vorbei in Richtung Emscherquelle führt und auch im Westen bis hinter die Dortmunder Stadtgrenze zu befahren ist. Zwischen Phoenix-West und Phoenix-See ist diese Wegstrecke jetzt erneuert worden. Was aber auffällt, sind vor allem in der Höhe des Hoetgerparks in Hörde, dort wo eine Birkenallee angelegt ist, die großen Schuttberge am Rand des neu angelegten Weges. „Es kann doch nicht sein, dass hier alles neu gemacht ist und dann die Arbeiter den Schutt einfach in die Grünflächen werfen“, so ein Radfahrer, der seinen Namen nicht nennen möchte, der sich aber die Zeit nimmt, ein Stück des Rad- und Fußweges in Richtung Phoenix-West mitzugehen.

Auch auf Phoenix-West sind diese sonderbaren Gesteinshaufen zu finden.

Auch auf Phoenix-West sind diese sonderbaren Gesteinshaufen zu finden. © Jörg Bauerfeld

Denn, es ist beileibe nicht nur eine Stelle, an der die „Schmutzhaufen“ zu finden sind. Einige müssen dort schon länger liegen, sind schon von Gras und Gestrüpp überwuchert. Aber wer hat dort die Reste des alten Rad- und Fußweges entsorgt, oder sind sie nur vergessen worden? Ganz im Gegenteil, so ergab eine Nachfrage bei Franz Große-Kreul aus dem Projektmanagement von NRW.Urban. Das ist eine Einrichtung, die sich unter anderem auf die Fahne geschrieben hat, das ehemalige Hochofengelände von Phoenix-West zu entwickeln.

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Und dazu gehören eben auch die Rad- und Fußwege und die daneben zu findenden Gesteins- und Schutthaufen. Die sind ganz bewusst und aus gutem Grund dort liegengelassen worden: Als Heimat für zahlreiche Tierarten, die sich auf dem ehemaligen Werksgelände und am Rande der Bahnstrecke angesiedelt haben. „Wir haben von der Natur gelernt“, sagt Franz Große-Kreul.

Phoenix-West: Viele seltene Tierarten sind hier zuhause

Gerade auch als Heimat für eine selten gewordene Tierart haben die Schutthaufen eine wichtige Funktion - für die Kreuzkröte. „Es gibt schon auf Phoenix-West und im Phoenix-Park unterschiedlich große Gesteinshaufen, die schon als Wohnstadt für zahlreiche Tiere dienen“, sagt Franz Große-Kreul.

An dem Fuß- und Radweg zwischen Phoenix-See und Phoenix-West soll sich die Natur wieder ansiedeln.

An dem Fuß- und Radweg zwischen Phoenix-See und Phoenix-West soll sich die Natur wieder ansiedeln. © Jörg Bauerfeld

So auch am Birkenwäldchen, wo es hinunter geht in die Eliasbahn-Schlucht - eben in Höhe des Hoetgerparks, genau an den Stellen, die der aufmerksame Radfahrer gezeigt hat. „Es handelt sich um Materialien, die dort ausgekoffert worden sind. Die haben wir bewusst nicht weggetan, denn das ist sozusagen Originalsubstanz und die bleibt auch da.“

„Denn sogar in diesen Haufen siedeln sich Tiere an“, so Franz Große-Kreul. Und es seien nicht immer die geschützten Arten, denen Platz geboten werden müsse. Auch alle möglichen Insekten würden sich auf und in diesen Schutthaufen wohlfühlen. Schutthaufen, die langsam vom Grün überwuchert werden und dann eben keine mehr sind.

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