So sah das Freibad des SV Derne noch vor Kurzem aus, als noch der Winterschlamm auf dem Grund lag. Mittlerweile ist es bereits gereinigt worden. © Andreas Schröter
Mögliche Lockerungen

Schwimmen unter strengen Auflagen: Welche Freibäder bald öffnen könnten

Bald könnten sich die Corona-Regeln in Dortmund lockern. Sportschwimmen im Freibad wäre wieder erlaubt. Zwei Dortmunder Betreiber wollen öffnen – aber nicht, weil es sich finanziell lohnt.

Dortmunds Freibäder können am Donnerstag (27.5.) „zum Zwecke der Sportausübung geöffnet werden“. So steht es in der Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) des Landes NRW, und die gilt, wenn die Bundesnotbremse wegfällt.

Die Gäste müssten dann einen negativen Corona-Test vorweisen. Liegewiesen, Erholungs- und Spaßanlagen müssten geschlossen bleiben. Die Dortmunder Freibad-Betreiber wollen trotz dieser Einschränkungen öffnen. Sie bezweifeln jedoch, dass es sich finanziell lohnt.

SV Derne will Freibad eröffnen – mit mehr Personal

Der Schwimmverein (SV) Derne führt das Hallenbad „Die Welle“ in Scharnhorst und ein Freibad in Altenderne. Geschäftsführerin Christiane Bartel sagt auf Anfrage, der Vereine plane, das Freibad zu öffnen, sobald es erlaubt ist. Aber: „Wir müssen nicht darüber sprechen, ob sich das lohnt. Es lohnt sich überhaupt nicht.“

Es bedürfe „weitaus mehr Personals“, um das Freibad unter den harten Einschränkungen zu betreiben – etwa doppelt so viel, wie Bartel sagt. Anders als beim Normalbetrieb müssten zusätzliche Helfer die Tests und Termine am Eingang kontrollieren. Wegen der Hygienevorschriften müsste mehr gereinigt werden.

Zudem würden wahrscheinlich weniger Schwimmer kommen. Zum einen, weil weniger Menschen gleichzeitig schwimmen dürfen im Vergleich zum Normalbetrieb. Und zum anderen, weil die Auflagen die Attraktivität des Schwimmens verringern würden. Hinzu komme das aktuell schlechte Wetter.

Christiane Bartel findet es trotzdem wichtig, das Freibad zu öffnen: „Für die Sportschwimmer ist es ein Schritt in die richtige Richtung – dass auch sie langsam wieder mehr Freizeit- und Sportmöglichkeiten haben.“ Auch die Nicht-Schwimmer könnten so wieder gefördert werden.

Kinder konnten trotz Corona Seepferdchen-Kurse abschließen

Im April durfte der SV Derne sein Hallenbad für Schwimmkurse von Kindern für zwei Wochen öffnen, bis die Inzidenz in Dortmund in die Höhe schoss. In der Zeit hätten insgesamt 15 Kinder an einem Seepferdchen-Kurs teilgenommen.

Bartel sagt, der Verein leide an einem starken Mitgliederrückgang. „Stand jetzt haben wir seit 2019 etwa 17 Prozent unserer Mitglieder verloren“, so die Geschäftsführerin. Wegen des erst bald wieder beginnenden Betriebs seien noch keine Neuen hinzugekommen.

Bis zur möglichen Öffnung werde Christiane Bartel nun mit dem Vorstand die ehrenamtlichen Helfer und Rettungskräfte suchen, die es braucht, um den Betrieb des Freibads wieder aufzunehmen.

Sportwelt plant ebenfalls Öffnung, nicht aber Revierpark

Auch die Sportwelt Dortmund will voraussichtlich ihre Freibäder für den Sportbetrieb wieder öffnen, wenn es erlaubt ist. Das Volksbad werde noch umgebaut. Das könnte eventuell erst in zwei Wochen öffnen, wie Verwaltungsmitarbeiter Moritz Husemann auf Anfrage sagt. Die Freibäder Hardenberg, Froschloch und Wellinghofen stünden aber für die Öffnung bereit.

Die Sportwelt setzt wie schon im vergangenen Sommer auf die Online-Terminvergabe. Gäste können also im Internet bestimmte Zeit-Slots buchen, in denen sie das Freibad besuchen. So werde die Besucherzahl reguliert.

In einem Bad dürften sich gleichzeitig etwa hundert Menschen aufhalten. Im Normalbetrieb wären es teils mehrere tausend. Wie auch beim SV Derne bedürfe es aber mehr Mitarbeiter als normalerweise.

Der Revierpark Wischlingen bleibt hingegen geschlossen. Projektleiter Jens Römer sagt auf Anfrage, der Großteil des Parks sei nicht auf den Sportbetrieb ausgelegt. Meist seien die Schwimmbecken nur 1,30 Meter tief. Daher werde das Solebad erst geöffnet werden, wenn die Beschränkung auf den Sportbetrieb wegfällt. Das ist bei einer stabilen Inzidenz unter 50 der Fall.

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2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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