Seit fünf Jahren soll eine Bergmann-Statue in Eving umziehen – aber es passiert nichts

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Seit fünf Jahren plant die Bezirksvertreter Eving den Umzug eines Bergmann-Denkmals. Passiert ist seither: nichts. Hat die Verwaltung versagt? Eine Spurensache nach den Gründen und Ursachen.

Eving

, 15.02.2019, 17:17 Uhr / Lesedauer: 3 min

Durchhaltevermögen hat er, das muss man ihm lassen: Wäre der Denkmal-Bergmann nicht aus Bronze, hätte er wohl längst graue Haare bekommen.

Seit Jahrzehnten steht der Zwei-Meter-Mann da, um an das Schicksal der verunglückten Bergleute auf der ehemaligen Zeche Minister Stein zu erinnern. Und immer wieder geht man ihm ans Zeug: Sprüht Graffiti, klaut ihm die Grubenlampe oder die Buchstaben des Schriftzugs, die erklären, warum er da steht, wo er steht: am Grünen Platz in Eving.

Der erste Antrag stammt aus dem Jahr 2014

Sein Schicksal veranlasste die SPD in der Bezirksvertretung Eving im April 2014 (!) den Antrag zu stellen, man möge Gespräche mit der Ruhrkohle AG führen, um den Mann zu versetzen. Dahin, wo es ihm besser geht. Inzwischen sind fast fünf Jahre ins Land gegangen und noch immer steht das Denkmal da, wo es steht – in demselben elenden Zustand.

Jetzt, in diesem Februar 2019, steht der bronzene Mann auf Antrag der SPD wieder auf der Tagesordnung – das wievielte Mal genau, niemand hat es gezählt. Zwischenzeitlich gab es Umfragen und Nachfragen, schriftliche Erinnerungen und mehrere Nummern auf diversen Drucksachen der Verwaltungsvorlagen.

Geschehen ist seitdem vor Ort: nichts. Klar ist jedoch: Der Bronzemann soll seinen Standort wechseln, weg vom Grünen Platz hin zum südlichen Rand der Kreuzung Evinger Straße/Deutsche Straße.

Die Finanzierung des Vorhabens ist längst gesichert

Der Antrag auf Versetzung des Denkmals stammt vom September 2016. „Das kann man doch niemandem mehr erklären“, schimpft Bezirksvorsteher Oliver Stens. „Wir sind hier permanent zugange, wir sind uns einig, die Finanzierung ist gesichert, und trotzdem passiert nichts. Das glaubt uns doch kein Mensch mehr.“ Es habe sogar konkrete Hilfsangebote der Bevölkerung gegeben.

Der aktuelle Beschluss in der Bezirksvertretung fällt einstimmig: Die Stadt soll die Angelegenheit endlich voranbringen. Bei der CDU war man zwar von vornherein nicht so optimistisch, was den zeitlichen Rahmen der Umsetzung angeht, aber Fraktionsvorsitzende Petra Frommeyer stellt klar: „Inzwischen ist aber genügend Zeit vergangen. Wenn es Probleme gibt, wäre es Aufgabe der Verwaltung, uns dies mitzuteilen.“

Seit fünf Jahren soll eine Bergmann-Statue in Eving umziehen – aber es passiert nichts

Der Bergmann muss, bevor er an seinen neuen Platz gebracht werden kann, restauriert werden. © Britta Linnhoff

Die Sache scheint kompliziert: Es geht um mehr, als einfach nur ums Umstellen. Die Mauer, die hinter dem Denkmal steht, gehört zum Denkmal. An ihr ist der Bergmann befestigt. Also muss auch am neuen Standort eine Mauer her. Und das wiederum bedeutet: Tief- und Hochbauamt sowie Bauordnungsamt sind involviert, weil für den Neubau einer Klinkermauer ein passendes Fundament, die entsprechende Statik und eine Untersuchung auf Kampfmittel erforderlich sind. Auf die alles entscheidende Frage, wann das alle geschehen wird, gab es von der Stadt auf eine entsprechende Anfrage Anfang der Woche bis Freitagabend keine Antwort.

Dr. Rosemarie Pahlke, Kunsthistorikerin und bei der Stadt Dortmund für Kunst im öffentlichen Raum zuständig, jedenfalls weiß, wann sie ihren Teil der Aufgabe beisteuern kann: „Bis zum Sommer sollte das möglich sein“, sagte sie am Freitag.

Ortstermin mit Restauratoren hat es bereits gegeben

Stand der Dinge ist: Es hat eine Begehung vor Ort mit Restauratoren gegeben. Jetzt erfolgt eine Ausschreibung. Zu tun gibt für die Restauratoren genug: Abgesehen von der normalen Pflege für den Bronzemann aus den 1950er-Jahren braucht er eine zusätzliche Behandlung, denn er ist verletzt: Er wurde unsachgemäß an der Wand befestigt. Jetzt soll er in seinem Innern ein neues Korsett bekommen, das ihn sicher stehen lässt.

Über die Erneuerung des Schriftzugs „Unseren tapferen Kameraden“ macht sich Pahlke noch Gedanken: „Wir überlegen, ob wir die Buchstaben wieder einzeln befestigen oder ob wir ein wenig vom historischen Vorbild abweichen und die Buchstaben auf einer Tafel anbringen.“ Das würde die Buchstaben, von denen Pahlke zwei hat retten können (ein A und ein e) besser vor Diebstahl schützen.

Die Kunsthistorikerin ist angetan vom Engagement der Evinger Bezirksvertreter: „Eine Bezirksvertretung, die so engagiert ist, wie die in Eving, das ist eine Freude.“

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