Nachdem die Polizei zuvor eine Wohnung am Phoenix-See gestürmt hatte, durchsuchten Beamte anschließend die Räume. © privat
Razzia gegen Organisierte Kriminalität

SEK-Einsatz am Phoenix-See: „Meine Freundin dachte, ich gucke Youtube“

Spezialkräfte der Polizei haben am Mittwoch mehrere Wohnungen und Häuser in Dortmund durchsucht. Am Phoenix-See war der Einsatz besonders spektakulär, berichtet ein Anwohner.

Der Morgen startete mit einem gewaltigen Krach. In einer Wohnstraße am Phoenix-See hat die Polizei mit einem Spezialeinsatzkommando eine Wohnung gestürmt und durchsucht. Dieser Einsatz war Teil einer groß angelegten Aktion über die Landesgrenzen hinweg. Schwerpunkt des Einsatzes: Dortmund.

„Das war schon heftig“, sagt ein Anwohner, der den Einsatz aus nächster Nähe erlebt hat. Geweckt wurde er am Mittwoch um 6 Uhr von Lautsprecherdurchsagen: „Achtung, Achtung, das ist eine polizeiliche Maßnahme, bewahren Sie Ruhe“, hallte es durch die Siedlung. „Meine Freundin hat gedacht, ich gucke ein Youtube-Video“, erzählt der Mann im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Da denkt man, es ist hier ruhig – und dann sowas“

Im nächsten Moment flexten die Polizisten unter massivem Funkenflug einen Zaun durch und rammten die Tür zum dazugehörigen Haus ein. „Da zieht man an den Phoenix-See, weil man denkt, es ist ganz ruhig – und dann sowas.“

Hintergrund der Aktion war ein Einsatz der Polizei Hagen. Das Kommissariat für Organisierte Kriminalität führte einer Pressemitteilung zufolge Durchsuchungen in mehreren Städten durch: „In Hagen, Dortmund, Bochum, Werl, Solingen, Düsseldorf, Castrop-Rauxel sowie in Saarburg in Rheinland-Pfalz sicherten die Beamten in insgesamt 19 Objekten ab 6 Uhr Beweismaterial.“

Wie ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage erklärte, wurden allein in Dortmund fünf Objekte durchsucht.

Die gesamte Aktion sollte dazu dienen, Beweismaterial gegen einen 36-jährigen Hagener zu sammeln. Ihm werden laut Polizei verschiedene Betrugs- und Steuerdelikte vorgeworfen.

Schaden von 1,1 Millionen Euro

Demnach soll der Mann bei der Kreditvermittlung falsche Angaben gemacht haben und so an hochwertige Fahrzeuge gelangt sein. „Der entstandene Schaden wird auf rund 1,1 Millionen Euro beziffert“, so die Polizei: „Auch der Betrieb einer Shisha-Bar spielte in diesem Falle eine Rolle, hier besteht der Verdacht, dass Gelder gewaschen worden sind.“ Zudem gebe es Verbindungen ins Clan-Milieu.

Festnahmen habe es am Mittwoch keine gegeben, so die Polizei. „Der Einsatz diente der Beweissicherung und Einziehung von Vermögenswerten.“ Demnach haben die Kriminalbeamten unter anderem einen Mercedes, einen Jaguar und mehrere Harley-Motorräder sichergestellt. Sie beschlagnahmten zudem Bargeld in fünfstelliger Höhe, Rolex-Armbanduhren, etliche Datenträger, Firmenunterlagen, Computer und Dokumente.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1987 geboren und seit 2012 bei Lensing Media. Ende 2016 ist der Bochumer Junge in Dortmund angekommen - wo er Ihr täglicher Begleiter sein möchte.
Zur Autorenseite
Michael Nickel

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.