Erst in den Mund, dann in die Nase – so geht der Corona-Schnelltest. © Althoff
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Selbstversuch: Corona-Test am Flughafen Dortmund – wie fühlt er sich an?

Wie fühlt sich ein Corona-Schnelltest an? Ist er unangenehm? Tut er weh? So war meine kurze Begegnung mit dem Stäbchen, das tief in Mund und Nase hineingeschoben wird.

Das Testzentrum am Dortmunder Flughafen. Viele Tausende sind hier schon gewesen seit Anfang Januar. Zum Jahreswechsel wurde es Pflicht, dass alle, die aus Risikogebieten kommen, einen Corona-Test machen müssen. Entweder direkt vor dem Abflug oder kurz nach der Landung.

In der Ankunftshalle hat die Firma Medicare zwei Reihen mit Testkabinen aufgebaut. Die meisten Ankommenden machen ihren Corona-Test hier. 40 Euro kostet sie der Schnelltest pro Person. Dafür bekommen sie das Ergebnis innerhalb einer Viertelstunde mitgeteilt, direkt aufs Handy.

Klappt das reibungslos? Und wie unangenehm ist der Test eigentlich – dieser Moment, in dem mir jemand ein Stäbchen in Rachen und Nase steckt? Das will ich im Selbsttest herausfinden.

Was zeigt ein Antigen-Test eigentlich?

Die Theorie kann man vorher schon nachlesen auf der Internet-Seite des Anbieters: Nach dem Mund-Nasenabstrich kommt der Tupfer in eine Pufferlösung. Sind Viruspartikel vorhanden, werden sie ausgewaschen.

Drei Tropfen dieser Flüssigkeit werden auf den Streifen einer Schnelltestkassette gegeben. Danach sieht es so aus wie beim Schwangerschaftstest: Bleibt es bei einem Streifen, ist kein Coronavirus nachgewiesen. Taucht ein zweiter Streifen auf, ist der Test aber positiv. Dann sind Antigen-Antikörperkomplexe vorhanden.

In dem Fall heißt es: Der Getestete kann das Coronavirus aktuell verbreiten. Ein negatives Ergebnis bedeutet allerdings nicht automatisch, dass keine Infektion vorliegt. Um das wirklich sagen zu können, müssen mehrere PCR-Tests her – also diejenigen, die ins Labor geschickt werden und bei denen das Ergebnis frühestens am nächsten Tag feststeht.

So nervös wie sonst beim Zahnarzt

Der Abstrich geht in beiden Fällen aber wohl ähnlich tief. Deshalb fühle ich mich ein bisschen so wie beim Zahnarzt.

Aber zunächst muss ich mich registrieren: Ausweis hinüberreichen, Telefonnummer, E-Mail-Adresse angeben. Dafür gibt es zwei QR-Codes: Einer landet auf einem scheckkartengroßen Zettel.

Den anderen muss auch demjenigen geben, der gleich den Tupfer einführt. Er kann nicht auslesen, wer ich bin, aber durch die beiden identischen Codes kann der Test zugeordnet werden.

„Das kann ein bisschen unangenehm sein“

„Erst bitte die Hände desinfizieren“, sagt der Mann, bevor er mich in die Kabine lässt, bevor ich mich hinsetzen darf auf einen Holzstuhl.

Der Mann trägt Maske, Visier, Ganzkörperanzug, Handschuhe. „Ich werde gleich ein Stäbchen in ihren Mund und in Ihre Nase einführen. Das kann ein bisschen unangenehm sein.“ Ein Satz wie beim Zahnarzt – nur dass der Stuhl nicht so bequem ist.

„Einmal den Mund auf, richtig schön Aaa sagen.“ Tupfer rein, bis knapp zum Würgereiz – fertig.

Und dann kommt der Teil mit der Nase

„Och, war ja gar nicht schlimm“, will ich dem Mann sagen. Aber er will schon an meine Nase. „Locker lassen. Ganz locker lassen, nicht dagegen arbeiten.“

Automatisch ziehe ich den Kopf immer weiter zurück, bis zur Wand, bis es nicht weiter geht. Wie beim Zahnarzt.

Das Stäbchen geht tiefer. So weit geht die Nase nach hinten? Ein letzter Ruck, au, ich verziehe das Gesicht. Schmerzhaft? Eher sehr unangenehm, wenn da jemand vordringt bis zur Rachenwand. Aber nach dem Bruchteil einer Sekunde auch wieder vorbei.

Die Stelle vom Abstrich spüre ich auch Stunden später noch

15 Minuten später stehe ich auf dem Flughafen-Parkdeck, starre auf mein Handy. Die Abstrichstelle tief im Kopf spüre ich immer noch. Die Nase läuft. Beides wird noch Stunden so bleiben.

Aber es gibt ein gutes Ende: „Negativ“, steht auf der Internet-Seite, auf die mich der QR-Code geschickt hat. Dafür kann man ein, zwei unangenehme Sekunden hinnehmen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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