Senioren fürchten sich oft vor dem Umzug

23.11.2009, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Ingrid Hartmann vom Seniorenbüro Brackel hatte viele Broschüren mit informativen Tipps für ein selbstbestimmtes Leben im Gepäck. <p></p> Püschner</p>

<p>Ingrid Hartmann vom Seniorenbüro Brackel hatte viele Broschüren mit informativen Tipps für ein selbstbestimmtes Leben im Gepäck. <p></p> Püschner</p>

Brackel Wie können Senioren ihren Alltag selbstbestimmt und unabhängig gestalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich Ingrid Hartmann vom Seniorenbüro in ihrem Vortrag "Wohnen im Alter" im Rahmen eines Treffens der Diabetes-Selbsthilfegruppe im Knappschaftskrankenhaus.

"Voraussetzung dafür, dass sich die Menschen wohl fühlen, ist, dass sie sich über ihre Wohnbedürfnisse im Klaren sind", erklärte Hartmann. Erfahrungsgemäß wolle ein Großteil so lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben. Die Gründe hierfür liegen in der Vertrautheit mit den eigenen vier Wänden, langjährigen Nachbarschaftsbeziehungen sowie der Angst vor den Strapazen eines Umzugs.

Stolperfallen beseitigen

Problematisch gestalte sich dieser Wunsch, weil viele Wohnungen hinsichtlich Planung und Bau an den Bedürfnissen junger Familien ausgerichtet seien. Selbst dann gebe es jedoch Möglichkeiten, die Räumlichkeiten seniorengerecht zu gestalten. "Zum Beispiel können Haltegriffe im Bad angebracht oder die Möbel in der Wohnung entsprechend umgestellt werden", so die Expertin. Besonders zu beachten seien vor allem Stolperfallen wie kleine Teppiche. Hier könnte man mit rutschfesten Matten vorsorgen. Bezüglich der Finanzierung von kostspieligeren Umbaumaßnahmen sollten sich alte Menschen im Vorfeld mit ihrer Krankenkasse absprechen. Auch der Vermieter sollte vor Beginn der Umbauten kontaktiert werden.

Kontakt halten

Neben der Wohnungsgestaltung sei jedoch auch der regelmäßige Kontakt zu Nachbarn und Angehörigen wichtig. "Gerade für den Fall, dass jemand stürzt und keinen Notfallknopf hat, ist es wichtig, dass Bekannte oder Nachbarn regelmäßig vorbei schauen oder anrufen", empfahl die Expertin.

Für diejenigen, die Wert auf betreutes Wohnen legen, hatte Hartmann ebenfalls einen Rat: "Auch hier gilt, seine Bedürfnisse zu kennen." Gerade weil verschiedene Formen betreuten Wohnens von Anbieter zu Anbieter auch in punkto Kosten unterschiedlich ausfielen. FeP

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