Senioren wollen keine Methadon-Ausgabe vor der Tür

Christinenstift

Die Bewohner des Altenheims Christinenstift am Eisenmarkt sind aufgebracht. Dass die Methadonausgabe des Gesundheitsamtes ab diesem Samstag direkt vor ihrer Haustür liegt, stößt vielen Bewohnern übel auf.

DORTMUND

von Von Volker Petersen

, 31.08.2011, 18:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Methadon wird ausgegeben.

Methadon wird ausgegeben.

„Eine Alibi-Veranstaltung“ sei die Veranstaltung, schimpfte Dr. Christel Dahlmann. Sie vertrat mit Heike Weffer, der stellvertretenden Heimleiterin, die Stiftbewohner. „Ich frage mich, warum das Gesundheitsamt für einen millionenschweren Investor die Methadonausgabe verlegt, wir aber vorher gar nicht gefragt werden“, sagte Weffer.Bürgermeister Manfred Sauer (CDU), der auf Einladung des Christinenstifts ebenfalls gekommen war, stieß in dasselbe Horn. Genau dieser Eindruck müsse vermieden werden, sagte er. Und eröffnete, dass Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Düsterhaus ihn gebeten habe, nicht zum Runden Tisch zu gehen, da „die Politik dort nicht stören solle“.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte Sauer: „Bislang war die Methadonausgabe an einer Stelle, wo es keine Anwohner gab.“ Jetzt sei das anders. „Die Bewohner des Christinenstifts sind mir auf jeden Fall wichtiger, als die Rückseite der Thier-Galerie, wo keine Eingänge sind“, sagte er. Knackpunkt der Diskussion war, dass die Bewohner des Christinenstifts wollen, dass die Methadonausgabe verschwindet (Dahlmann: „Man muss den Drogenabhängigen helfen, aber nicht vor dem Christinenstift“), die Vertreter der Drogenhilfe damit jedoch nicht dienen konnten. Der PUR-Vorstand Dr. Hans-Joachim Schlüter versuchte, die Ängste der Stiftbewohner zu zerstreuen, was ihm nicht recht gelang. Der Leiter der Polizeiwache Mitte, Rüdiger Billeb, bestätigte ihn allerdings: „Die Methadonausgabe ist für die Polizei kaum relevant.“

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