Seniorentag in Hombruch: Warum sich ein Besuch auch für Enkel und Kinder lohnt

mlzSicherheit für Senioren

Der Infotag für Senioren in Hombruch soll am 16. August alles abdecken, was wichtig ist. Aber nicht nur Oma und Opa können was lernen. Und welche Rolle spielt diese kleine grüne Dose?

Hombruch

, 19.07.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Irgendwann ist jeder mal dran. Älter werden ist zwar an und für sich eine schöne Sache, bringt aber auch Belastungen mit sich, an die man mit 30, 40 oder 50 Jahren noch nicht denkt. Schlechtes Sehen, schlechtes Hören, Schmerzen, Wehwechen, einen Rollator, weniger Kraft. Es gibt mittlerweile viele Hilfsmittel, die allerdings nicht allen bekannt sind. Mit ein paar Infos und etwas Basiswissen können Kinder und Enkel ihren hilfsbedürftigen Eltern und Großeltern unter die Arme greifen. Oder einfach aufpassen.

Unabhängig von dem Fall der Dortmunder Seniorin, die kürzlich um 1 Million Euro betrogen worden war, haben die Akteure in Hombruch schon seit langer Zeit einen Infotag unter dem Motto „Älter werden - mit Sicherheit!“ geplant. Der findet am 16. August (Freitag) von 12 bis 17 Uhr am und im Südwestforum an der Harkortstraße statt. Fünf Stunden mit vollem Programm, vielen Infos und vielem vielleicht Neuen.

Viel Programm in den fünf Stunden

Die Schwerpunkte liegen auf Rollator-Training, Sicherheit im Haushalt, Sicherheit gegenüber Kriminellen, Sturzprophylaxe und Information. Unter anderem über eine grüne Dose, die im Ernstfall wichtig wird. „Dass es das Seniorenbüro und den Seniorenbeirat gibt, wissen viele noch gar nicht“, sagt Walter Wille. Er ist gewähltes Mitglied des Seniorenbeirates Hombruch und so etwas wie das politische Sprachhor der Menschen über 60 im Stadtbezirk.

Zusammen mit dem städtischen Seniorenbüro ist der Seniorenbeirat Mitglied im Seniorennetzwerk und Veranstalter des Infotages. Beide Institutionen sind dauerhafter Ansprechpartner für alle Belange von Senioren. „Für Enkel, Söhne und Töchter ist es eine unheimliche Beruhigung, zu wissen, dass es diese Stellen gibt“, sagt Elisabeth Beyna vom Seniorenbeirat. Iris Zupke vom Seniorenbüro Hombruch sagt: „Das zu wissen, nimmt Kindern auch eine große Sorge.“

Der Seniorentag soll in erster Linie diejenigen ansprechen, die direkt betroffen sind. „Aber auch Kinder und Enkel können erfahren, wie sie ihre Eltern und Großeltern unterstützen können. Je mehr Sensibilität desto besser“, sagt Zupke. Ein Beispiel: DSW21 wird mit einem Bus anrollen, an dem Senioren das Ein- und Aussteigen üben können. Warum nicht in Begleitung von Kind oder Enkelkind?

Mit 2000 Euro über den Friedhof? Das ist keine gute Idee

Auch bei Geldgeschäften könnten Angehörige noch einiges lernen. „Die Polizei wird Tipps geben, wie viel Bargeld man überhaupt mit sich herumtragen und wo man es verstauen sollte“, sagt Walter Wille. Auch die Sparkasse wird vor Ort sein. Wille erzählt von einem Fall, den er in einer Bank erlebt hat.

Seniorentag in Hombruch: Warum sich ein Besuch auch für Enkel und Kinder lohnt

Diese kleine grüne Dose ist befüllt mit einem Zettel, auf dem alle Informationen zu Medikamenten und Allergien stehen. © Michael Nickel

Eine ältere Frau, die er gut kennt, habe dort 2000 Euro abgehoben. Auf Willes Frage hin, wo sie mit dem vielen Geld in der Tasche hinwolle, kündigte sie einen ausgiebigen Spaziergang nach Hause mit einem Zwischenstopp auf dem Friedhof an. Wille sah das als keine gute Idee und brachte die Frau mit seinem Auto heim, damit sie das Geld dort verstauen konnte.

Kleine grüne Dose aus dem Kühlschrank kann helfen

Traditionell kämen Senioren am Monatsanfang in die Banken, um hohe Beträge abzuheben, erzählt Detlef Masan, der für die Awo im Seniorenbüro Hombruch arbeitet. „Vielleicht“, so Masan, „kann man für größere Geldbeträge ja ein Vier-Augen-Prinzip innerhalb der Familie einführen, so dass immer mindestens zwei Unterschriften nötig sind.“

Dann ist da noch die grüne Notfalldose, die es in Apotheken gibt. Sie ist nichts anderes als ein verschraubbares Plastikgefäß, in dem auf einem Zettel Angaben zu Medikamenten und Allergien stehen - und die im Kühlschrank aufbewahrt wird. Damit Sanitäter und Ärzte sie im Notfall direkt finden können. Auch diese Dose wird Thema sein am 16. August. Und sie ist auch interessant für alle unter 60 Jahren, die Medikamente nehmen oder Allergien haben.

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