Sex-Trieb bringt Rehe und Autofahrer in Gefahr - Was jetzt zu beachten ist

mlzAppell der Kreisjägerschaft

Fast jedes zweite Reh, das in Dortmund auf der Strecke bleibt, kommt durch Verkehrsunfälle um. Zurzeit springen die Böcke besonders häufig über die Straße. Was Autofahrer beachten müssen.

Dortmund

, 14.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn zurzeit immer wieder große Hitze in Dortmund herrscht, sind die eigentlich dämmerungsaktiven Rehe auch tagsüber aktiv; denn im Juli und August ist Paarungszeit. Auch tagsüber folgt der Rehbock dann der Ricke seiner Begierde pausenlos über viele Kilometer. Dabei springt er häufiger als sonst über die Straße. Und in Dortmund gibt es einige Straßen, die durchs Waldgebiet führen.

„Voller Gedanken an seine Herzdame vergisst der Bock schnell die Gefahr, die von einer viel befahrenen Straße ausgeht. Um unnötiges Leid zu vermeiden, bitten wir gerade in dieser Zeit um erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr“ warnt Jörg Tigges, 1. Vorsitzender der Kreisjägerschaft Dortmund.

Unbedingt die Polizei verständigen

Falls es doch zu einem Unfall kommt, sollte man unbedingt die Polizei verständigen, betont Tigges. Die Beamten würden dann den zuständigen Jäger oder Förster kontaktieren. Tigges: „Auch wenn am Fahrzeug kein Schaden entstanden und das Tier weggelaufen ist, begeht man eine Ordnungswidrigkeit, wenn man den Unfall nicht meldet.“ Bei allen Paarhufern – dazu zählen Reh, Muffel, Wildschwein und die Hirscharten – muss ein Unfall nach dem Landesjagdgesetz der Polizei gemeldet werden.

Von den rund 250 Rehen, die in der Jagdsaison 2017/2018 auf der Strecke geblieben sind, fielen etwa die Hälfte einem Auto zum Opfer. Das schnelle Nachsuchen angefahrener Tiere liegt den Jägern laut Tigges am Herzen, da die Tiere durch innere Verletzungen sonst oft qualvoll verendeten. Tigges: „Zu diesem Zweck stehen in allen Jagdrevieren in Dortmund Hundegespanne zur Verfügung.“

Besser ein Frontalzusammenstoß als ein Seitenaufprall

Um Wildunfälle zu verhindern, rät die Kreisjägerschaft dazu, Fahrbahnränder genau zu beobachten, Wildwechselschilder zu beachten, Sicherheitsabstand zu halten und bei Anblick eines Rehes mit weiterem Wild zu rechnen. Und wechselt Wild auf die Straße, raten die Experten, die Geschwindigkeit zu reduzieren, zu hupen und abzublenden, den nachfolgenden Verkehr zu beachten und an den eigenen Schutz zu denken. Tigges: „Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß mit dem Tier meist ungefährlicher als ein Seitenaufprall gegen einen Baum oder ähnliches.“

Wenn ein Tier angefahren oder überfahren wurde, gilt es anzuhalten, die Unfallstelle abzusichern und im Fall des Falles Verletzte zu versorgen. Überfahrenes Wild sollte man von der Fahrbahn entfernen. Ist das nicht möglich, sollte man es mit einem Warndreieck oder Blinklicht kennzeichnen. Und nicht zu vergessen: Wildunfall durch Unfallmeldung von der verständigten Polizei oder dem Jagdausübungsberechtigten bestätigen lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.

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