Shisha-Rauchen: Experten warnen vor unterschätzter Gesundheitsgefahr

Debatte

Vier von zehn Jugendlichen haben es schon einmal probiert: Das Shisha-Rauchen, bei dem aromatisierte Liquide in einer Wasserpfeife verdampft werden. Konsumenten und Händler sprechen von einem unbedenklichen Vergnügen. Doch Mediziner warnen: Die Gesundheitsgefahr wird unterschätzt. Das sind die Argumente der beiden Seiten.

DORTMUND

, 30.12.2013, 02:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Orientalische Wasserpfeife, Shishas, liegen bei Jugendlichen im Trend. Doch die gesundheitlichen Folgen sind umstritten.

Orientalische Wasserpfeife, Shishas, liegen bei Jugendlichen im Trend. Doch die gesundheitlichen Folgen sind umstritten.

„Das ist doch kein Rauchen“, sagt der 15-jährige Dortmunder Mark und steht damit für eine verbreitete Haltung unter jungen Menschen.  Der größte Anbieter in Dortmund ist das Shisha-Haus am Schwanenwall. Betreiber Mustafa Hassan: „Die Shisha bringt die Kids zusammen, holt sie von der Straße. Sie lieben das, die Geselligkeit und das Chillige.“ Hassan ergänzt: „Der Tabak wird ja nicht verbrannt. Das Wasser reinigt den Dampf. Es gibt keinen Rauch, nur Wasserdampf.“ Den Tabak verkauft er in seinem Geschäft nur in einem abgetrennten Bereich an über 18-Jährige und verlangt im Internet Altersnachweise von seinen Kunden.

Experten warnen: Auch mit der Shisha gelangen giftige Substanzen in die Lunge und richten dort Schaden an. Dr. Thomas Barchfeld, Leitender Oberarzt am Knappschaftskrankenhaus, Klinik für Pneumologie, Intensivmedizin und Schlafmedizin, hält vor allem den Konsum von Jugendlichen ab 13 Jahren für bedenklich. "Im Rauch der Wasserpfeife wurden auch krebserzeugende Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Nitrosamine nachgewiesen, die zu Lungenkrebs und Tumoren an den Lippen führen können", sagt Barchfeld.Da der Tabak nicht verbrennt, sondern bei niedrigen Temperaturen schwelt, entstünden besonders viele Gifte. "Da der Rauch auch kälter ist als bei Zigaretten, werden die Schwermetalle wie Chrom, Nickel oder Blei viel tiefer in die Lungen gezogen." Rosi Borggräfe, die beim Jugendamt in der Suchtprävention arbeitet, hält das Shisha-Rauchen für einen "Einstieg ins Rauchen und in Suchtstrukturen". Viele Eltern unterschätzen aus ihrer Sicht die Gefahren.

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