„Sie haben alles gewusst und lanciert“ - Millionär erneuert Rufmord-Vorwurf gegen Signal Iduna

mlzLanger Prozess

Investor Jagdfeld bleibt dabei: Durch eine Rufmordkampagne der Signal-Iduna-Versicherung sei ihm ein Milliardenschaden entstanden. Der Prozess entwickelt sich zur unendlichen Geschichte.

Dortmund

, 13.11.2019, 11:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klaus-Dietrich Schrepp war bis zui seiner Pensionierung ein Spitzenmanager bei der Signal Iduna. Wann immer der Konzern daran dachte, seine Millionen in irgendwelchen Fonds anzulegen, lief der Vorgang über Schrepps Schreibtisch. Am Montag musste der inzwischen 65-Jährige als Zeuge vor dem Landgericht erscheinen. Er wirkte sichtlich genervt.

Das hatte wohl in erster Linie damit zu tun, dass er zuvor schon zweimal als Zeuge in diesem Prozess aussageen musste. Über die Klage des Investors Anno Jagdfeld verhandelt die 2. Zivilkammer schon seit knapp zwei Jahren. Jagdfeld sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne.

Jagdfeld gegen Signal Iduna: Prozess dauert schon Jahre

Immer sind die Vorwürfe dieselben - und die Geschichte ist schon lange her, immerhin reichte Jagdfeld die Klage schon 2014 ein:

Der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld hatte einst einen Fonds aufgelegt, der den Wiederaufbau des berühmten Adlon-Hotels in Berlin finanziert hat und der auch dessen Eigentümer ist. An dem Fonds hatte sich neben vielen Kleinanlegern auch die Signal Iduna mit fünf Millionen Euro beteiligt.

Weil der Fonds nicht das ausschüttete, was die Anleger sich erhofft hatten, gründete sich 2009 eine „Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger“, der auch Signal Iduna angehörte.

Rechtsanwalt der Schutzgemeinschaft war der inzwischen verstorbene Thomas Fritsch, der rufschädigende Äußerungen über Jagdfeld verbreitet haben soll. Jagdfeld sieht dahinter eine von der Signal Iduna initiierte Rufmordkampagne gegen sich.

Ex-Signal-Iduna-Manager weist Vorwurf zurück

Denn weil die Signal Iduna nun einmal mit fünf Millionen Euro an dem Investorenfonds beteiligt gewesen sei, glaubt er: „Sie haben das alles gewusst und lanciert.“

Zeuge Schrepp wies den Vorwurf aber auch am Montag wieder zurück - wie schon so oft in diesem Prozess, der seit nunmehr Dezemer 2016 andauert:

Neben vielen „Das hab ich schon beantwortet“ und „Das haben Sie mich schon so oft gefragt“ sagte er auch: „Der Sprecher sprach alleine für die Anlegerschutzgemeinschaft und nicht für die Signal Iduna. Ich habe ihm Vorfeld nichts mit ihm abgesprochen.“

Der Prozess geht weiter - mindestens bis Februar.

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