So berechnet das Klinikum Dortmund den Bedarf an Corona-Betten

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Um Corona-Patienten optimal versorgen zu können, plant das Klinikum Dortmund voraus: Der Geschäftsführer erklärt, wie man den Bedarf an Betten berechnet – und wo Engpässe drohen könnten.

Dortmund

, 27.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Rekordhoch folgt auf das nächste: Seit dem 9. Oktober steigt die 7-Tage-Inzidenz in Dortmund unaufhaltsam an – von 31,5 auf 175,4 am 28. Oktober. Der rasante Anstieg bei diesem vielleicht noch etwas abstrakten Wert schlägt auch auf andere Corona-Daten durch: Die Zahl der Covid19-Patienten, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen.

Auch hier brachte der Oktober Rekordwerte: 110 mit dem Coronavirus infizierte Menschen werden aktuell in Dortmunder Krankenhäusern stationär versorgt. Zum Vergleich: Der Höchststand bei der ersten Welle im Frühjahr war 43. Darauf hat das Klinikum Dortmund reagiert: Seit Dienstag (27.10.) ist eine zweite Corona-Station in Betrieb.

Von Panik oder auch nur Hektik ist man jedoch weit entfernt, betont Klinikum-Geschäftsführer Rudolf Mintrop. Die Planungen für eine dritte Corona-Station laufen bereits, man habe noch Kapazitäten, um zu reagieren.

Etwa ein bis zwei Wochen im Voraus könne man abschätzen, wie sich die Zahl der Patienten entwickelt. Zwischen 5 und 10 Prozent aller Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, müssen nach den bisherigen Erfahrungen des Klinik-Geschäftsführers eine Woche später stationär behandelt werden.

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1482 aktuell Erkrankte hat die Stadt am Mittwoch (28.10.) vermeldet. „Das ist die Maßzahl – aus diesem Klientel können Kranke resultieren.“ Im bisherigen Verlauf der Pandemie in Dortmund passte diese Faustformel gut – allerdings: „Der Prozentsatz kann auch wieder runtergehen oder steigen – der Verlauf hängt auch vom Alter der Infizierten ab“, so Mintrop.

Aktuell liege das Durchschnittsalter der Erkrankten bei Mitte 40 – „das sind zehn Jahre mehr als noch im Sommer.“ Dementsprechend gehe momentan auch die Zahl der schweren Verläufe nach oben.

Personal bleibt ein Knackpunkt

Einen Aspekt, den der Klinik-Geschäftsführer bei der Kapazitätsplanung beachten muss, ist das eigene Personal. Auch da kann die Pandemie für Ausfälle sorgen. „Bisher hatten wir da nur Einzelfälle.“

Ein Nadelöhr bleibe es trotzdem: „Am 1. August wurde die Pflegepersonaluntergrenze wieder eingeführt – die Verfügbarkeit von Betten ist vom Personal abhängig. Ist ein Krankenpfleger krank, können Sie zwei Betten dicht machen“, so Mintrop.

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Im April war diese Regelung ausgesetzt. „Warum das mitten in der Pandemie wieder eingeführt wurde, ist mir schleierhaft“, übt Mintrop deutlich Kritik an der Entscheidung des Gesundheitsministeriums. „Das wird die Kapazitäten verknappen.“

Die technischen Grundvoraussetzungen allerdings sind im Klinikum besser als noch im Frühjahr: „Wir können jetzt an jedem Intensivplatz auch beatmen, vorher war das an ungefähr 80 Prozent der Betten der Fall.“

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