So bereitet sich Dortmund auf den großen Blackout vor

mlzStromausfälle nehmen zu

Vier große Stromausfälle gab es 2018 in Deutschland, einen davon in Lünen. Der letzte war im Februar in Berlin. Dortmund bereitet sich für den Notfall vor. Denn die Wahrscheinlichkeit steigt.

Dortmund

, 10.07.2019, 14:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der letzte großflächige Stromausfall in Dortmund war am frühen Nachmittag des 8. November 2011. Ursache war ein Kurzschluss in einem Umspannwerk mit Wirkung auf große Teile des Stadtgebiete bis hin nach Unna. Der Stromausfall dauerte rund elf Minuten. Betroffen waren rund 100.000 Menschen.

Seitdem zeigte sich in Dortmund das Stromnetz weitgehend stabil. Doch in anderen Städten häufen sich die Ausfälle. Die Verwaltung ist sensibilisiert und will künftig besser auf großflächige Stromausfälle vorbereitet sein. Der Verwaltungsvorstand hat deshalb beschlossen, alle Feuerwachen mit leistungsstarken Notstromaggregaten auszustatten.

Wenn das Handynetz ausfällt

Bisher gebe es nur in den acht Hauptwachen der Berufsfeuerwehr Notstromaggregate, teilte Ordnungsdezernent Norbert Dahmen mit. Nun soll die Notstromversorgung auch auf die Gerätehäuser der freiwilligen Feuerwehr und die Rettungswachen ausgeweitet werden.

Fällt der Strom länger aus, breche die Infrastruktur zusammen, sagt Dahmen. Und damit wahrscheinlich auch das Handynetz. Ziel der Stadt sei es, in einer solchen Situation möglichst ohne Unterbrechung für die Bürger in den betroffenen Bereichen ansprechbar zu sein. Damit Bürger Hilfe erhalten und Notrufe absetzen können, will die Stadt „Leuchttürme“ ausweisen, in denen auch bei einem Stromausfall das Licht nicht ausgeht.

30 Standorte mit Notstromaggregaten

Diese Anlaufstellen für die Bürger sind künftig alle Feuerwachen sowie die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr – insgesamt 30 Standorte. Der Ausbau, so Dahmen, werde voraussichtlich bis 2025 dauern und 930.000 Euro kosten. Denn es müssen zum einen die Geräte bereitgestellt und zum anderen die Feuerwachen baulich angepasst werden.

Unter anderem weil sich viele Stromversorger heute den Markt teilen, ist trotz hoher Ausfallsicherheit des Stromnetzes in Deutschland eine Störung der Stromversorgung nicht auszuschließen. Zudem sind die Übertragungsnetze deutlich über die Landesgrenzen hinaus eng miteinander verbunden.

Die wachsende Vernetzung der Stromnetze in Europa, die immer größer werdende Komplexität des Strommarktes und der Stromerzeuger sowie der Arten der Stromerzeugung (Wind-, Photovoltaik-, Biogasenergie) machen die Stromnetze anfälliger. Technisches und menschliches Versagen, Wetterereignisse und auch mutwillige Angriffe auf die Stromversorgung waren bislang Ursachen für großflächige Stromausfälle. Dahmen: „Manchmal können sie ganz banale Ursachen haben.“

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