Mehrere Corona-Todesfälle gab im Awo-Pflegeheim in Kirchlinde. © Freddy Schneider
Pandemie in Dortmund

So entwickelte sich Corona in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Kitas

Seniorenheime, Krankenhäuser, aber auch Kitas und Schulen spielen eine große Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus. Dazu hat die Stadt Dortmund jetzt Zahlen vorgelegt.

Corona-Ausbrüche und Todesfälle in Seniorenheimen haben in den letzten Wochen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Welche Rolle Pflegeheime und anderen Einrichtungen bei der Entwicklung der Corona-Pandemie spielen, belegen auch Zahlen, die die Stadt Dortmund jetzt in einer Analyse vorgelegt hat.

Kleiner Schönheitsfehler: Die Analyse, die die Stadt am Montag (22.2.) vorgelegt hat, basiert auf den Infektionszahlen vom 14. Januar bis 12. Februar 2021. Sie sind also zehn Tage alt. Seitdem hat sich schon wieder Einiges verändert. Am 12. Februar konnte man sich noch darüber freuen, dass die Sieben-Tage-Inzidenz unter die kritische Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner gesunken war. Inzwischen liegt sie wieder bei über 60.

Wichtiger Erkenntnisse stimmen aber weiterhin. So spielen Pflegeheime und Krankenhäuser eine zentrale Rolle bei der Corona-Pandemie. Das Gesundheitsamt berichtet für die Zeit von Mitte Januar bis Mitte Februar von zwölf Einrichtungen in Dortmund, die „ein größeres Ausbruchsgeschehen aufwiesen“.

Zu den Konsequenzen gehören umfangreiche Tests und Kontrollen. „Im Berichtszeitraum erfolgten mehr als 2.500 Abstriche im Rahmen von Reihentestungen zur Abklärung und Verlaufskontrolle von Ausbruchsgeschehen in stationären Einrichtungen der Pflege“, heißt es im Bericht des Gesundheitsamtes. „Zusätzliche Einzel- und Kleintestungen in weiteren Einrichtungen dienten der Klärung von Verdachtsfällen beziehungsweise zur Dokumentation der Eindämmung eines Ausbruchsgeschehens.“

Auch in Krankenhäusern kam es zu mehreren Ausbrüchen. Sie seien durch Maßnahmen wie Isolierung, Quarantäne betroffener Mitarbeiter, Schließung betroffener Stationen und Aufnahmestopp zügig eingedämmt worden. „Die Auslastung der Krankenhäuser ist nach wie vor hoch“, heißt es. Bei einem Krankenhaus-Patienten sei bereits im Januar die britische Virus-Variante nachgewiesen worden.

Weiterhin im Fokus stehen auch Schulen und Kitas, obwohl sie im Berichtszeitraum eigentlich geschlossen beziehungsweise nur im Notbetrieb waren. Die Stadt berichtet für die Zeit vom 14. Januar bis 12. Februar von Corona-Infektionen in 37 Kitas und 24 Schulen. Dabei seien in Kitas 23 Kinder und 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Schulen 15 Schülerinnen und Schüler und neun 9 Beschäftigte betroffen gewesen.

In sieben Fällen waren in Schulen Quarantänemaßnahmen nötig, in Kitas wegen der Durchmischung der Kinder in den Gruppen fast immer. „Nur in einem Fall traten nach Testung der Kontaktpersonen weitere positive Fälle auf, es handelte sich hier um drei Erzieherinnen“, berichtet das Gesundheitsamt. In drei Fällen wurde in Dortmunder Einrichtungen die britische Virusvariante nachgewiesen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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