So geht das Robert-Bosch-Berufskolleg gegen den ständigen Müll auf dem Schulhof vor

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Scherben, Spritzen und sogar Kot: Nach Schulschluss sah der Schulhof des Robert-Bosch-Berufskollegs lange aus wie ein Schlachtfeld. Die Schülervertretung konnte nun etwas bewegen.

Unionviertel

, 25.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maximilian Braun (19) macht gerade sein Abitur am Dortmunder Robert-Bosch-Kolleg (RBB), Leon Christopher Schumacher (21) macht dort den schulischen Teil seiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Eigentlich sind beide ganz zufrieden mit ihrer Schule, die im Unionviertel, quasi direkt unter dem Dortmunder U-Turm, liegt. Nur eine Sache ging den Schülern gehörig gegen den Strich. Denn auf dem Schulhof des RBB ging es nach Schulschluss lange Zeit zur Sache. Ging man bis vor Kurzem nach dem Wochenende über das Gelände, war dort so einiges zu finden, was gar nichts auf einem Schulhof zu suchen hat: zerbrochene Glasflaschen, benutzte Heroin-Spritzen und sogar menschlicher Kot.

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Die Schülervertretung hatte genug

Braun und Schumacher engagieren sich in der Schülervertretung (SV) des RBB, sind stellvertretende Schülersprecher. Im März beschwerte sich die SV bei der Stadt Dortmund über die Lage auf dem Schulhof. „Wir haben keine Lust auf einen schlechten Ruf für die Schule und wollen auch nicht, dass sich Mitschüler an Scherben oder Spritzen verletzen“, erklären beide. In dem Schreiben an den Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden wurde deutlich gemacht, dass der Vandalismus nicht durch Schüler, sondern von Leuten ausgeübt werde, „die den Schulhof unbefugt benutzen.“

So geht das Robert-Bosch-Berufskolleg gegen den ständigen Müll auf dem Schulhof vor

Immer wieder wird das Schulgelände des Robert-Bosch-Berufskollegs vermüllt - und zwar nicht von den Schülern. © Robert-Bosch-Berufskolleg

Die SV wies in dem Schreiben auch darauf hin, dass die Stadt bereits einer „Einfriedung“, also einer Umzäunung des Schulgeländes, zustimmte. „Das war im vergangenen Jahr, bis jetzt ist aber noch nichts passiert“, erzählt Braun. Auch Schulleiter Markus Herder kann das bestätigen. Er gibt an, dass es das Okay für den Zaun um das Schulgelände am 12. September gab. „Nach aktuellem Stand ist ein Unternehmen mit der Umsetzung beauftragt und prüft die baulichen Voraussetzungen“, erklärt Herder. Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund, teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit, dass die Einfriedung sich noch in der Planung befindet. Einen genauen Zeitpunkt zum Beginn des Zaunbaus gebe es noch nicht.

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Security laufen Patroullie auf Schulhof

Bis zur Umsetzung dieser Einfriedung sollen Security-Mitarbeiter einen Blick auf den Schulhof des RBB haben. Schulleiter Herder erklärt, dass die Sicherheitsleute von 6.30 bis 22 Uhr im Schulgebäude und ab den frühen Abendstunden bis in den Morgen außerhalb des Geländes das Geschehen überwachen. Seit dem 9. September ist das der Fall.

So geht das Robert-Bosch-Berufskolleg gegen den ständigen Müll auf dem Schulhof vor

Sicherheitskräfte haben seit Anfang September ein genaues Auge auf den Schulhof des RBB. © Robin Albers

Herder hat der Vandalismus auch gestört: „Es ist richtig, dass im letzten Schuljahr der Vandalismus und der Verschmutzungsgrad des Schulhofes, insbesondere nach einem Wochenende, zu einer besonderen Belastungssituation der städtischen Mitarbeiter geführt hat und zudem Einfluss auf den Schulfrieden hatte.“ Immer wieder sei es zu erheblichen Störungen des Unterrichts gekommen, es hätten sogar Prüfungen abgebrochen und verschoben werden müssen, weil Jugendgruppen und Drogenabhängige den Schulhof als Rückzugsort benutzt hätten. „Zudem wurde die Schule während des laufenden Schulbetriebes von Obdachlosen aufgesucht“, so Herber weiter. Das habe zu einer Gefährdung der Schüler sowie des Personals geführt. Herder wünscht sich außerdem, dass auf dem Schulhof mehr Mülleimer aufgestellt werden.

Das Engagement von Braun und Schumacher trägt nun erste Früchte. „Der Security-Einsatz bringt etwas, es ist deutlich besser geworden“, so Braun. Falls doch noch Müll und Unrat herumliegen sollte, kümmere sich das Hausmeister-Team um die Beseitigung. Bevor es Security am RBB gab, mussten die Hausmeister häufig bis zu drei Stunden für die Reinigung aufbringen. Nun ist es mal der obligatorische Pappbecher, der auf dem Schulhof rumfliegt.

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