So hat sich die Bestattungskultur verändert

Serie zum Thema Trauer

In unserer Serie zum Thema Trauer beleuchten wir jeden Tag einen anderen Aspekt. Im zweiten Teil geht es um das Geschäft mit dem Tod: Die Bestattungskultur wird immer vielseitiger – mit dem Trend zum Preiswerten, Pragmatischen und Pflegeleichten.

DORTMUND

, 18.11.2014, 12:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kleine, pflegeleichte Urnengräber wie hier auf dem Hauptfriedhof sind im Trend.

Kleine, pflegeleichte Urnengräber wie hier auf dem Hauptfriedhof sind im Trend.

Die kommunalen Friedhöfe haben auf den Trend zu pflegefreien Gräbern mit zahlreichen Angeboten reagiert. Mit dem Erwerb solcher Grabstätten wird bereits die Bepflanzung und Pflege der Grabanlage für 20 oder 25 Jahre bezahlt. Diese pflegefreien Gräber gibt es unter anderem für Sarg und Urne sowie als Urnenhain- und Baumgrab. 

Anonyme Bestattungen sind ebenfalls im Trend. 1983 wurden nur 209 Menschen anonym beigesetzt. Im vergangenen Jahr waren es 1626 von 5081 – eine Folge des 2006 von der Friedhofsverwaltung angebotenen „Leistungspakets Einäscherung inklusive anonyme Urnenbeisetzung“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage zur Entwicklung der Friedhöfe. Im Leben wie im Tod wollen wir nicht nur das Pflegeleichte, sondern auch das Individuelle. Auch darauf hat die Friedhofsverwaltung reagiert. Es gibt mittlerweile Hain- und Baumgräber sowie Ascheverstreuung in einem naturbelassenen, umzäunten Areal. Auf dem muslimischen Gräberfeld kann man sich auch ohne Sarg bestatten lassen in „unberührter“ Erde und mit Ausrichtung nach Mekka.

Aufgrund des Zuzugs von Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion ist die Zahl der jüdischen Bestattungen in den letzten Jahren stark gestiegen. Aktuell wird der Jüdische Friedhof am Rennweg um 4500 Quadratmeter erweitert. Dennoch – die Toten nehmen immer weniger Raum ein und machen das Sterben für die Friedhofsverwaltung zum Zuschussgeschäft. Die Überkapazitäten wollen gepflegt werden. Der Anteil des öffentlichen Grüns bewegt sich bei 30 Prozent. Dortmunds Gottesäcker sind auch lebendige Grün-Oasen, sogar mit Fitnessparcours auf dem Hauptfriedhof. Im Wettbewerb der Lebenden um die Toten gibt es für die heimischen Friedhöfe mittlerweile Anzeigenwerbung und eine

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Die kommunalen Friedhöfe haben auf den Trend zu pflegefreien Gräbern mit zahlreichen Angeboten reagiert. Mit dem Erwerb solcher Grabstätten wird bereits die Bepflanzung und Pflege der Grabanlage für 20 oder 25 Jahre bezahlt. Diese pflegefreien Gräber gibt es unter anderem für Sarg und Urne sowie als Urnenhain- und Baumgrab. 

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