So läuft es aktuell beim Wohnungsbau in Dortmund

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Dortmund braucht dringend mehr Wohnungen. Ziel der Stadt ist, dass pro Jahr mindestens 2000 neue Wohnungen gebaut werden. Jetzt gibt es erste Zahlen für eine Zwischenbilanz.

Dortmund

, 19.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mindestens 2000 Wohnungen sollen pro Jahr in Dortmund neu gebaut werden. Dieses Ziel hat Planungsdezernent Ludger Wilde schon vor Jahren ausgegeben. Denn auch auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt ist es eng geworden. Vor allem kleine und größere Wohnungen für Familien sind Mangelware.

Experten beziffern den jährlichen Neubau-Bedarf, um den Engpass auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt besonders bei preiswerten Wohnungen zu überwinden, sogar noch höher als die Stadt, sprechen von bis zu 3000 Neubauten im Jahr, die nötig wären.

Mehr Baugenehmigungen

Wie viele Wohnungen stadtweit aktuell im Bau sind, ist schwer zu ermitteln. Ein Indikator für den Wohnungsbau ist aber stets die Zahl der Baugenehmigungen, die erteilt wurden. Und dabei ist man aktuell offensichtlich auf einem guten Weg, um das offizielle Ziel zu erreichen.

Anhaltspunkt dafür sind die aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes (IT-NRW). Danach wurden im ersten Halbjahr 2019 Baugenehmigungen für 1072 Wohnungen erteilt. Das Ziel von 2000 Wohnungen im gesamten Jahresverlauf erscheint damit durchaus realistisch.

Nach den Daten von IT.NRW entstehen die neuen Wohnungen in insgesamt 947 Häusern, davon 800 Mehrfamilienhäuser.

Gegenüber dem Vorjahr weist die Statistik bei den Baugenehmigungen für Wohnungen in Dortmund ein Plus von 88,4 Prozent aus. Diese Angabe ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Weil Zahlen aus Dortmund im vergangenen Jahr verspätet übermittelt worden waren, wurden sie in der Statistik für 2018 nicht oder verspätet erfasst. Im gesamten Jahr 2018 waren es dann Baugenehmigungen für 1642 Wohnungen.

Öffentliche Förderung

Ein Anlass, sich zufrieden zurückzulehnen, sind aber auch die aktuellen Zahlen nicht. Sorgen macht vor allem die Zurückhaltung beim öffentlich geförderten Wohnungsbau. Denn gerade preisgünstige Wohnungen werden dringend gebraucht.

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Zuletzt hatte die Stadt allerdings beklagt, dass die zur Verfügung stehenden Fördermittel des Landes über 39 Millionen Euro in diesem Jahr nach aktuellem Stand bislang noch nicht einmal zur Hälfte abgerufen werden. Bis zu 20 Millionen Euro Landesmittel drohen so für Dortmund verloren zu gehen - und das, obwohl sich die Förderbedingungen mit Blick auf die Finanzierung und die mögliche Höhe der Mieten für Investoren deutlich verbessert haben.

Als Haupthemmnisse sehen Experten vor allem die überlastete Bauwirtschaft und steigende Baupreise. Bis zum 30. November ist aber noch Zeit, Anträge auf Wohnungsbau-Förderung einzureichen.

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