So leistet der Verein „Gesamtkunstwerk“ in der Nordstadt inklusive Kulturarbeit

mlzInklusion in der Nordstadt

Der Verein „Gesamtkunstwerk“ organisiert eine Menge Veranstaltungen für Menschen mit und ohne Behinderung. Die Wurzeln des Vereins reichen in Zeiten zurück, als Inklusion noch unbekannt war.

Nordstadt

, 27.03.2019, 10:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Konzerte, Festivals, Kunstausstellungen, spartenübergreifende Theater- und Kulturprojekte oder die musikalische Ausbildung junger Menschen - und dies alles mit einem inklusiven Ansatz. Der Verein Gesamtkunstwerk will Kultur, insbesondere von und mit Menschen mit Behinderung, voranbringen.

„Für uns ist die Förderung einer Beteiligung von Menschen mit Behinderung am kulturellen, gesellschaftlichen Leben und die Zusammenarbeit von Künstlern mit und ohne Behinderung sehr wichtig“, so Angelika Neuse, die 1. Vorsitzende.

Die Idee zur Gründung des Vereins ist eng mit der inklusiven Band „Just Fun“ verbunden. Die große Formation mit Bläsersatz, Rhythmuscombo, Cello, Melodika, Akkordeon und Rap wurde 1998 gegründet und stellt seitdem erfolgreich unter Beweis, dass inklusive Kulturarbeit ein Gewinn für alle Beteiligten ist. Der Erfolg der Band und die positiven Erfahrungen waren der ausschlaggebende Punkt, die Kulturarbeit zu verstetigen und einen Verein zu gründen. Viele der ersten Mitglieder gehörten auch zur Band „Just Fun“.

Verein veranstaltet Konzerte und fördert den Nachwuchs

Dabei hieß der Verein bei seiner Gründung 2008 noch „kultur.integrativ e.V.“ Das Fachwort Inklusion war noch nicht erfunden. So formierte sich aus dem Fördergedanken zu einer Band ein ganzheitliches Konzept, ein erlebbares „Gesamtkunstwerk“. Die Inklusion zeigt sich in integrativen Konzerten und Kulturprojekten sowie bei der Nachwuchsförderung.

Erstes Projekt war 2008 das „DiS Festival“. Das mehrtägige „Dortmunder inklusive Soundfestival“ in Locations wie dem Domicil, dem Schiller 37 oder dem Depot findet seitdem alle zwei Jahre statt und unterstreicht, dass inklusive Kulturarbeit zunehmend zum selbstverständlichen Bestandteil des öffentlichen Kulturlebens wird.

Seit 2011 kann der Verein an der Schillerstraße 37 in der Nordstadt ein Ladenlokal nutzen - ein wichtiger Schritt für die Musik- und Kulturarbeit des Vereins. Die Aktivitäten nahmen zu und man beschloss, dass der Name der Entwicklung und der Zeit angepasst werden müsse – und so kam es 2014 zur Namensänderung in „Gesamtkunstwerk e. V.“.

Die Begabungen stehen im Vordergrund

Bis heute finden im „Schiller“ barrierefrei regelmäßig Ausstellungen, Workshops, Konzerte, Planungstreffen oder Schulungen statt. Reihen wie das „Dienstagswohnzimmer“ oder die „Singer-Songwriter-Stage“ sind feste Größen im regionalen Kulturkalender. „Die Einbindung und Förderung von Menschen mit Behinderung und besonderem musikalischem Interesse ist eine der zentralen Aufgaben. Man sollte den Fokus nicht auf die mögliche Beeinträchtigung legen, sondern auf die besonderen Begabungen der Leute“, erklärt Neuse.

Diana Klitzke, Schatzmeisterin, kam über die Band „Just Fun“, in der sie Saxofon spielt, zu dem Verein. „Für mich ist die Arbeit im Verein sehr wichtig. Vor allem die musikalische Arbeit mit Menschen mit Behinderung und die damit einhergehenden Band- oder Festivalprojekte sind für die Musiker wichtig.“ Dennoch wünscht sie sich noch mehr Ehrenamtliche, die die Vereinsarbeit mittragen.

Damit einhergehend sollen die Rahmenbedingungen verbessert werden, beispielsweise durch die Initiierung von Auftrittsmöglichkeiten für integrative Künstlergruppen. So hat sich aus der Idee der musikalischen Bildung ein festes Konzept entwickelt. Seit 2015 werden Menschen mit Behinderung aus den Werkstätten zwei Tage in der Woche musikalisch ausgebildet und auf den Arbeitsmarkt als Musiker vorbereitet. Aktuell hat sich eine neue Band gegründet, die als inklusive Formation „MïmmŸmï“ beim Juicy Beats Festival auftreten wird.

Das sind die nächsten Veranstaltungen:

Nächste Termine: Auftritt der inklusiven Band „MïmmŸmï“ auf der Bühne „Dortmund.Macht.Lauter“ am 26. Juli beim Juicy Beats Festival. Jeden zweiten Samstag im Monat Livekonzerte im Schiller 37.

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