Grundschul-Neustart nach der Corona-Pause: Mundschutz statt Schultüte

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An den 89 Dortmunder Grundschulen sind am Donnerstag die Viertklässler wieder in die Unterrichtsräume zurückgekehrt. Vieles ist ungewohnt nach der Corona-Pause. Aber es gibt Momente des Glücks.

Dortmund

, 07.05.2020, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 6500 Dortmunder Kinder in den vierten Klassen der Grundschulen haben seit dem 7.5. wieder Unterricht. Der Start verlief nach bisherigen Informationen ohne besondere Vorkommnisse, aber unter ganz speziellen Bedingungen.

Hygieneplan, Abstandsregeln, kleine Gruppen: Der Rahmen ist seit einigen Tagen gesteckt, jetzt müssen die Grundschulen zusehen, wie sie hineinpassen.

Farbige Punkte weisen den Weg ins Klassenzimmer

Auf dem Schulhof der Kreuz-Grundschule sind farbige Punkte in 1,5 Meter Abstand auf den Betonboden gemalt. Die Kinder, die ab 8 Uhr an der Kreuzstraße ankommen, stellen sich ohne Aufforderung dort auf - die einen auf die grüne, die anderen auf die blaue Seite.

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Nach fünf Minuten ist das erledigt, vor dem Schulleiterin Vera Gelissen und ihre Kollegen die größte Sorge hatten. „Wir wussten nicht, wie lange es dauert, bis alle am Desinfektionmittelspender vorbei sind.“

Viele Eltern haben ihre Kinder gut vorbereitet

Alle Kinder sind innerhalb kurzer Zeit in den Klassenräumen, die vorher ebenfalls abgesteckt und mit Namensschildern versehen wurden. „Die Kinder sind gut vorbereitet worden“, sagt Gelissen.

Es erinnert etwas an einen ersten Schultag. Nur, dass statt bunter Schultüten der Mund-Nasen-Schutz das Accessoire der Stunde ist. Dieser ist bei den Grundschülern in vielen Ausführungen zu sehen: Mal selbst bestickt und bunt, mal in der Variante als Schal oder Halstuch oder auch im Comic-Design.

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Im Klassenraum sitzen neun Schülerinnen und Schüler auf Abstand zusammen. Normalerweise wird in diesem Raum die dreifache Menge an Kindern unterrichtet. Auf dem Whiteboard, der Tafel, stehen in dieser Mathe-Stunde sechsstellige Zahlen.

In den Pausen sind die Kinder in Bewegung

Jede Klasse hat zeitversetzt Pause. Über den Schulhof verteilt sind Kisten mit Spielmaterial aufgestellt, die Kinder sind in Bewegung. „Solche Bewegungspausen sind in dieser Zeit besonders wichtig“, sagt Vera Gelissen. Und es verhindert, dass die Kinder in Gruppen zusammenstehen.

Warten mit Abstand und Mundschutz: Dortmunder Kinder am 7. Mai auf dem Schulhof der Kreuz-Grundschule.

Warten mit Abstand und Mundschutz: Dortmunder Kinder am 7. Mai auf dem Schulhof der Kreuz-Grundschule. © Felix Guth

Von Normalität ist der Grundschul-Alltag aber weit entfernt. An der Franziskus-Grundschule in der Oststadt stellt die neue kommissarische Schulleiterin Charlotte Blume fest, dass alle vorbereiteten Pläne funktioniert haben.

Vieles ist ungewohnt für Kinder, Eltern und Lehrer

„Aber es war auch ein stiller Start, für die Kinder und die Lehrer war vieles erstmal ungewohnt.“ Vor dem Schulgebäude stehen mehr Eltern als sonst. Viele wollen dann doch mit eigenen Augen sehen, wie es nach den Diskussionen im Vorfeld denn in den Schulen aussieht – auch, wenn die Eltern aus Infektionsschutzgründen nicht in die Gebäude dürfen.

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Von Normalität ist das alles sehr weit entfernt. Sieben Mal werden die Grundschüler bis zu den Sommerferien Ende Juni noch in die Klassen kommen und sich auf bunte Punkte stellen. Das ermöglicht Lehrern zwar, wieder etwas mehr Struktur zu schaffen, aber es fehlen auch viele Dinge, die Schule ausmachen.

Ab dem 11. Mai kommen weitere Jahrgänge in die Schulen zurück

Am 11. Mai (Montag) werden weitere Jahrgangsstufen in den Grundschulen tageweise in einem rollierenden System unterrichtet.

Das Bild wird sich überall ähneln: Überschaubare Schülergruppen mit Masken über Mund und Nase. Eine Art Schulalltag, nur eben nach ganz anderen Regeln als noch vor zwei Monaten. Es wird auch zu Konflikten mit den Abstandsregeln kommen. Infektionsfälle, wie zuletzt an einem Gymnasium und einer Realschule, sind nicht ausgeschlossen.

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Zumindest am Donnerstag an der Kreuz-Grundschule ist einigen Kindern anzusehen, dass sie sich freuen, wieder hier sein zu dürfen. „Der Tag war sehr schön“, sagt ein Mädchen und lächelt, bevor es seine Schutzmaske wieder aufsetzt und ihrer Freundin nachläuft. Das hat man von Viertklässlern vor dem Shutdown am 13. März auch nicht allzu häufig gehört.

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