Auch Maskenverweigerer werden von Privatpersonen per Mail und Telefon an die Stadt gemeldet. © Wilco Ruhland
Corona-Rebellen und Co.

So oft beschweren sich Dortmunder über Corona-Verstöße

Falschparker beim Ordnungsamt anzuzeigen gehört zum Alltag. Doch auch maskenfaule Nachbarn müssen damit rechnen, dass andere sie bei der Stadt verpfeifen: So oft erhält die Stadt Beschwerden.

Zu viele Gäste bei der Hausparty, kein Mund-Nasen-Schutz auf dem Supermarkt-Parkplatz, kein Mindestabstand – Die Missachtung von Corona-Regeln wiederum veranlasst oft Dortmunder Bürger, die sich an die Regeln halten und sich Sorgen um die eigene Gesundheit und die anderer machen, Verstöße bei der Stadt anzuzeigen.

Die Stadt hatte im September dieses Jahres ein Corona-Mailfach für Anregungen und Beschwerden eingerichtet. Das wird rege genutzt. Die Bürger, die Verstöäße melden, sind in diesen Zeiten der verlängerte Arm des Ordnungsamtes.

Doch die Beschwerden kommen nicht nur per Mail an Corona.Dortmund@stadtdo.de, sondern auch per Telefon unter 0231/50-28888 an die Leitstelle des Ordnungsamtes. Insgesamt waren es bislang 2530 Bürger-Beschwerden gegen Corona-Verstöße. Das teilte Stadtsprecher Maximilian Löchter am Montag (7.12.) auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Die meisten Beschwerden aus privatem Bereich

966 Mal ging es um Beschwerden im gewerblichen Bereich, etwa widerrechtlich geöffnete Läden oder Gaststätten oder auch kleinere Verstöße, die dort beobachtet wurden. Der Rest, so Löchter, seien Beschwerden beispielsweise zu Veranstaltungen, Ansammlungen und Maskenverweigerern gewesen.

Wie viele Verstöße davon geahndet und mit einem Bußgeld bedacht wurden, weil sie sich als zutreffend erwiesen haben, konnte Löchter nicht sagen. Dazu werde keine gesonderte Statistik geführt. Die Fälle gingen in die gesamten Zahlen des Kommunalen Ordnungsdienstes ein.

Weil Polizei und Ordnungsamt nicht überall kontrollieren können, hat die Stadt Essen sogar eigens ein Online-Formular auf ihr Portal gestellt, mit dem Bürger Corona-Verstöße anzeigen können – mit der Angabe von Ort, Uhrzeit und Art des Verstoßes sowie der Möglichkeit, Beweisfotos herunterzuladen. Dafür hat es sehr viel öffentliche Kritik gegeben.

Regelverstöße können teuer werden

Für Corona-Regelbrecher kann es teuer werden. Die Höhe der Bußgelder, die bei Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung drohen, bewegen sich im privaten Bereich zwischen 50 Euro für eine fehlende Mund-Nasen-Bedeckung und 5000 Euro für unerlaubtes Feiern. Wer im gewerblichen Bereich im Wiederholungsfall nicht erlaubte Waren verkauft – etwa bei Missachtung des Verkaufsverbots für Alkohol nach 23 Uhr -, kann sogar mit bis zu 25.000 Euro zur Kasse gebeten werden.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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