Die neue Corona-Teststelle in Dortmund ist mit dem Auto befahrbar. Um sich hier testen lassen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. © Oliver Schaper
Leerstehendes Autohaus

So sieht es in Dortmunds neuem Corona-Testzentrum mit „Drive In“ aus

Dortmund hat ein neues Corona-Testzentrum. In einem ehemaligen Autohaus in der Nordstadt werden Abstriche gemacht - für spezielle Fälle gibt es einen „Drive In“. Ein Rundgang.

Die Szenerie könnte von einem Aktionskünstler stammen. 30 blaue Stühle stehen mit genau vermessenem Abstand in der kahlen Halle mit weißem Fliesenboden und großen Schaufensterfronten. Dahinter spannen sich Absperrbänder, die einen Gang markieren.

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Corona-Testzentrum Bornstraße

Die Halle ist allerdings kein Ausstellungsraum für moderne Kunst, sondern Empfangs- und Wartesaal des neuen Corona-Testzentrums des städtischen Gesundheitsamtes. Dort, wo jetzt die Stühle verteilt sind, standen früher italienische Autos zum Verkauf.

Wo einst Verkaufsgespräche stattfanden, werden jetzt Patientendaten registriert. Und in der Werkstatt des früheren Fiat-Autohauses in der Nordstadt werden jetzt in mit Holzwänden abgeteilten kleinen Räumen Abstriche für Corona-Tests genommen.


Am Montag (7.12.) geht das neue Testzentrum des Gesundheitsamtes an der Bornstraße 181 in Betrieb. Es löst dann das bisherige Testzentrum am Klinikzentrum Nord ab, das im August zunächst für Reiserückkehrer eingerichtet worden war.

Teststelle am Klinikum Nord schließt am Sonntag

„Am Sonntag um 16 Uhr schließen wir dort. Dann geht es im fliegenden Wechsel an die Bornstraße“, erklärt Peter Hill als Koordinator des Abstrichzentrums bei der Reinoldus Rettungsdienst gGmbH. Der private Rettungsdienst ist und bleibt Partner des Gesundheitsamtes für das Testzentrum.

Der Ortswechsel hat vor allem mit der Jahreszeit zu tun. „Hier an der Bornstraße sind die klimatischen Bedingungen besser“, erklärt Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken den Umzug. Am Klinikzentrum Nord mussten die Mitarbeiter des Rettungsdienstes in Zelten und Containern arbeiten, hier gibt es beheizte Räume und deutlich mehr Platz, um auch Abstände einzuhalten.

Bis zu 150 Tests pro Stunde könnten im neuen Testzentrum an der Bornstraße genommen werden. „Wir haben vier Abstrichräume, starten aber erst einmal mit zwei Räumen“, erklärt Peter Hill.

Spontane Besuche sind nicht möglich

Zum Vergleich: Im alten Testzentrum vor dem Klinikzentrum Nord gab es zwei Abstrichräume. Hier wurden pro Tag mindestens 100, in der Spitze 400 Tests vorgenommen, bilanziert Hill.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken (l.) und Peter Hill vom Reinoldus Rettungsdienst in der früheren Auto-Werkstatt, in der jetzt Abstrichräume eingerichtet sind. © Schaper © Schaper

Wie stark die erweiterten Kapazitäten in Anspruch genommen werden, hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab. Klar ist: Spontane Besuche sind im Testzentrum nicht möglich. „Man muss auf jeden Fall vorher Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen“, erklärt Renken. Aktuell geht das über die zentrale Telefonnummer der Stadt (0231/50-0).

Tests nur mit festem Termin vom Gesundheitsamt

Abstriche sollen auf Veranlassung des Gesundheitsamtes in erster Linie von Kontaktpersonen von Corona-Infizierten, die selbst (noch) keine Krankheitssymptome haben, und von Menschen, deren Corona-Warn-App Alarm geschlagen hat, genommen werden.

Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt bekommen sie einen festen Termin für einen Abstrich im neuen Testzentrum.

„Drive In“ ist für Nachtests von Corona-Infizierten vorgesehen

Eine andere Gruppe, die hier getestet werden soll, sind Menschen, die bereits positiv getestet und in Quarantäne sind. Für sie finden dann Nachtests statt.

Speziell dafür gibt es an der Bornstraße das Drive-In-Angebot: Die Patienten können mit dem Auto vorfahren und sich durch das Autofenster testen lassen (der „Drive In“ war bei der Besichtigung am Freitagmittag noch nicht aufgebaut). „Das heißt, dass es zu keinem direkten Kontakt mit anderen Menschen kommt“, erklärt Renken.

An der Bornstraße/ Ecke Mindener Straße liegt das frühere Fiat-Autohaus, das jetzt als Corona-Testzentrum dient. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Möglichst kontaktarm sollen aber auch die übrigen Tests ablaufen. Vom Warteraum geht es über die Anmeldung in die frühere Werkstatt mit den abgeteilten Abstrichräumen und von dort nach dem Test gewissermaßen über die Hintertür auf die Mindener Straße.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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