So stehen die Chancen für ein Public Viewing zur EM auf dem Friedensplatz

mlzFriedensplatz

Die Fußball-Europameisterschaft im Sommer wird ein Großereignis. Auf dem Friedensplatz wird es ruhig bleiben. Dortmund dürfte ein Public Viewing veranstalten. Aber hat auch jemand Lust darauf?

Dortmund

, 16.01.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bundesumweltministerium hat eine Ausnahmeregelung für die Zeit der Europameisterschaft (12.6 - 12.7.) auf den Weg gebracht. Öffentliche Veranstaltungen im Zusammenhang mit Fußballspielen sind auch nach 22 Uhr noch erlaubt.

Über den Einzelfall entscheiden die Kommunen. Die Bundesländer müssen der Verordnung noch im Bundesrat zustimmen, damit sie in Kraft tritt.

Keine Sponsoren, kein Publikum - das sind schlechte Voraussetzungen

Dennoch wird es in Dortmund in diesem Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut keine Übertragungen auf dem Friedensplatz oder anderen öffentlichen Plätzen in der Innenstadt geben. „Nach jetzigem Stand passiert da gar nichts“, sagt Patrick Arens vom Schaustellerverein Rote Erde. „Der Kunde entscheidet, welche Veranstaltung stattfindet. Und es hat in Dortmund einfach nicht begeistert.“

Schon 2018 hatten die Schausteller auf ein zentrales Public Viewing verzichtet. 2014 und 2016 war der Zuspruch für die jahrelang beliebten Massenveranstaltungen schon merklich abgeflaut.

An Lärmschutzbedenken war es in Dortmund ohnehin nie gescheitert. Die Kosten für die Organisation stehen in keinem Verhältnis zu den Umsätzen. „Wir haben nicht die Sponsoren und nicht das Publikum“, sagt Patrick Arens.

Die Fußballfans schauen lieber in der Gartenanlage um die Ecke

Die Stadt biete fußballtechnisch genug. „Und es hat sich in der TV-Technik so viel getan, dass jeder zuhause oder in der Gartenanlage um die Ecke sein Erlebnis haben kann.“ Schon bei den vergangenen Turnieren bevorzugten viele das „Private Viewing“. Es dürfte auch 2020 viele Dortmunder Kneipen und Institutionen geben, die das gemeinsame Fußballgucken anbieten.

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Wichtiger ist es aus seiner Sicht, die bestehenden Veranstaltungen zu stärken. „Wir sind bei Sachen, die Open-Air passieren, sehr gut aufgestellt.“ Arens nennt Formate wie den historischen Jahrmarkt auf Zeche Zollern an Pfingsten oder das Bierfest in Aplerbeck, aber auch traditionelle Jahrmärkte in den Vororten, „die auch eine soziale Bedeutung haben“.

Was passiert, wenn Deutschland ins Finale kommt?

Sollte die deutsche Nationalmannschaft das Finale erreichen, könnte sich noch einmal kurzfristig eine neue Situation ergeben. Das Team trifft in der Vorrunde des Turniers, das erstmals in zwölf Ländern stattfindet, auf Frankreich und Portugal. Der dritte Gegner steht noch nicht fest.

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Neu über das Thema diskutiert wird mit Sicherheit vor dem übernächsten großen Wettbewerb, der EM 2024. Dann finden nach 2006 wieder Spiele in Dortmund statt – und der Friedensplatz könnte wieder zum zentralen Treffpunkt der Fußballverrückten werden.

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