So unterrichtete der international bekannte Breakdancer „Poe One“ Jugendliche in Hombruch

mlzWorkshop mit Breakdance-Star

Für einen Workshop war der international bekannte Breakdancer „Poe One“ in Hombruch zu Gast. Der Ansturm in der Jugendfreizeitstätte war groß. Der Tänzer ist in der Szene eine Legende.

von Alexandra Wachelau

Hombruch, Unionviertel

, 20.03.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Jugendfreizeitstätte Hombruch ist am Dienstag noch bis in die Abendstunden laute Musik zu hören. Doch steigt hier keine Party – im Gegenteil, es wird gelernt. In der Halle selbst befinden sich 20 Teilnehmer des Workshops „Keys“ - überwiegend Jugendliche, aber auch Teenager und Erwachsene.

Jeder von ihnen ist in Bewegung: In Grüppchen werfen sie sich auf den Boden, drehen sich um sich selbst oder gehen übertrieben posierend aufeinander zu, immer im Rhythmus zur Musik. Der Leiter des Workshops ist der Breakdance-Star Poe One. Er schwirrt durch den Raum und hilft, die Moves, die Bewegungen besser aussehen zu lassen – die Moves des Breakdance.

Poe One ist gerade auf Europatournee

„Das Wort ‚Breakdance‘ ist in der Szene aber eher verpönt - man sagt stattdessen Breaking“, sagt Tobias Ceuseanu, der Leiter des Jugend- und Kulturcafes Dortmund (JKC). Dieses veranstaltet den Abend in Kooperation mit Melanie Michels, Leiterin der Jugendfreizeitstätte Hombruch, und der Gruppe „Masterplan Crew Dortmund“. Kopf der Veranstaltung ist das Jugendamt Dortmund.

„Der Workshop war sehr schnell voll“, sagt Ceuseanu. Dabei ging es nicht darum, besonders viele Menschen in dem Workshop unterzubringen. Vielmehr sei es Poe One wichtig, in kleineren Kreisen individuell zu unterrichten. Seit über zehn Jahren gibt der Weltmeister seines Fachs schon Workshops, momentan ist er auf Europatournee und damit auch zum ersten Mal in Dortmund.

Poe One ist nicht nur für seine Moves berühmt

Poe One, der eigentlich Edmundo Loayza heißt, „ist wirklich eine Legende in der Breaking-Szene“, weiß Ceuseanu. Nicht nur für seine Moves, sondern auch später für seine Lernmethoden ist er berühmt geworden. „Forget all the steps“, sagt er den Teilnehmern zu Beginn des Workshops. Ihre Schritte sollen sie vergessen. Einheitlichkeit in den Schritten ist beim Breaking nicht gefragt. Stattdessen sollen die Tänzer in ihren Moves auf die Umgebung reagieren – auf Licht beispielsweise, oder auf den Untergrund, auf dem gebreakt wird.

Um die Methoden zu vermitteln, setzt sich der professionelle Tänzer auch auf den Boden oder springt durch die Gegend. Fast jede Vorführung wird mit einer Geste untermalt – still steht die 49-jährige Legende selten. Er verdeutlicht, welche Moves aus welchen Gründen am besten aussehen. Die Besucher lauschen aufmerksam.

Die jüngsten Teilnehmer sind gerade 13 Jahre alt

„Man merkt geradezu, wie es in der Luft knistert“, sagt Tobias Ceuseanu. Er selbst ist schon lange in der Breaker-Szene aktiv und freut sich ungemein, den Jugendlichen einen so guten und bekannten Lehrer präsentieren zu können. Die jüngsten im Saal sind ungefähr 13 Jahre, doch auch mit nur wenigen Schuljahren Englischunterricht greifen die Teilnehmer schnell die Lehren auf, die der Weltmeister vermittelt.

Voraussetzung für die Teilnahme am Workshop waren bereits bestehende Kenntnisse beim Breaking, damit der Trainer direkt ins Detail gehen konnte. Ungefähr die Hälfte der Anwesenden, so schätzt Ceuseanu, sind daher auch im Jugend- und Kulturcafe bei Breaking-Kursen dabei.

„Die Jugendlichen werden motiviert, ihren eigenen Stil zu finden, über den Tellerrand zu blicken und zu lernen, ihr eigenes Ding durchzuziehen“ sagt Ceuseanu. „Darum geht es auch beim Breaking. In Wettbewerben treffen zwar die verschiedensten Moves aufeinander – das kann mitunter auch übertrieben sein und in den Slapstick gehen – aber letztenendes ist es eine gewaltfreie Art, sich selbst auszudrücken.“

Er betont, dass es ihm außerdem wichtig war, den Workshop kostenlos anzubieten. „Poe One ist auch für die Jüngeren immer noch ein Begriff“, sagt Ceuseanu. „Allein heute Morgen haben wir noch fünf Mails bekommen, weil sich unbedingt noch Leute anmelden wollten.“ Ein Zeichen dafür, dass die Breaking-Szene, die seit Ende der 90er-Jahre ihre Popularität verloren hat, bei vielen Jugendlichen noch gerne ausgelebt wird.

Das Jugend- und Kulturcafé Rheinische Straße

Regelmäßige Workshops für Breakdance

  • Das JKC bietet regelmäßig Workshops für Breakdance und Jam Sessions für Anfänger und Fortgeschrittene an. Der professionelle Tänzer Sunz One, Mitglied der Gruppe „Masterplan Crew Dortmund“, leitet diese Sessions immer montags, von 18.30 - 21.30 Uhr.
  • Ansonsten finden noch viele weitere Veranstaltungen im JKC rund um den Bereich Jugendkultur statt, beispielsweise Künstlertreffen, DJ-Konzerte, Battles und Ausstellungen.
  • Seit 2017 gibt es wieder einen Breaking Jam in Dortmund. Dieses Jahr findet er am 12. Oktober statt.
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