So veränderte der Evangelische Kirchentag die Stadt

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Fünf Tage war Dortmund zum Evangelischen Kirchentag im Ausnahmezustand. Aber in einem angenehmen. Zum Jahresende ordnen unsere Redakteure das Thema ein, das sie 2019 am meisten bewegt hat.

Dortmund

, 01.01.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt sah grün. Nicht wegen der vielen Bäume und Wiesen, die Dortmund Stadtwerber immer hervorheben. Grün war die Farbe des Evangelischen Kirchentags. Grün waren die Schals, die in die Höhe gereckt wurden, die Taschen und T-Shirts, die die Teilnehmer aus ganz Deutschland trugen.

Und sie brachten im Juni für fünf Tage nicht nur frisches Grün, sondern auch gute Laune in die Stadt. Der Kirchentag vom 19. bis 23. Juni veränderte die Stadt. Und das im positiven Sinne. Trotz überfüllter Plätze, Hallen und U-Bahnen herrschte eine entspannte, freundliche und fröhliche Stimmung, die auch viele Dortmunder ansteckte.

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Natürlich hatte es im Vorfeld auch Kritik gegeben. Vor allem am städtischen Zuschuss für die Organisation des Kirchentages, der sich inklusive Personaleinsatz am Ende auf 3,7 Millionen Euro summierte. Die Linken im Rat monierten, „dass man mit diesen üppig verteilten Steuergeldern nur knapp ein Viertel der Bevölkerung, also die Protestanten, erreicht habe.“

So veränderte der Evangelische Kirchentag die Stadt

Volle Citypläzte gab es an mehreren Abenden bei kostenlosen Konzerten. © Stephan Schütze

Doch das ist falsch. Nicht nur die Protestanten in der Stadt hatten ihre Freude an der friedlichen, fröhlichen Stimmung, die Dortmund für fünf Tage erfasste. Nicht nur die Protestanten besuchten die zahlreichen kostenlosen Kulturveranstaltungen, allen voran die Konzerte auf Hansa- und Friedensplatz, die allabendlich mehr als 20.000 Menschen anzogen. Und viele von ihnen genossen die ganz besondere Atmosphäre, wenn sich die Plätze zum Abendsegen in ein Lichtermeer verwandelten.

Davon abgesehen war der Kirchentag natürlich nicht als ein Fest für die einheimischen Protestanten, sondern für Gäste aus ganz Deutschland geplant. Und Dortmund nutzte die Gelegenheit, sich den rund 120.000 Besuchern des Kirchentages im besten Licht zu zeigen. Der Slogan „Dortmund überrascht“ wurde Realität, weil die meisten ein überraschend positives Bild mit nachhause nahmen.

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Marktforscher errechneten nach dem Kirchentag nicht nur einen wirtschaftlichen Effekt für die Region von 15,2 Millionen Euro durch die Ausgaben der auswärtigen Kirchentagsbesucher. Eine Umfrage belegt auch, dass das Image der Stadt vom Kirchentag nachhaltig profitiert hat. Die Besucher zeigten sich begeistert von Gastfreundlichkeit, Lebendigkeit und Toleranz, die sie in Dortmund erlebt haben und von der Atmosphäre und Stimmung, die in der Stadt herrschte.

Der Kirchentag in Dortmund wird also, abgesehen von den politischen Botschaften etwa zum Klimawandel und zur Flüchtlingspolitik, die von ihm ausgingen, weit über 2019 hinaus wirken.

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