Zahlreiche neue Wohnungen sind in den vergangenen Jahren unter anderem auf dem Kronen-Areal in Dortmund entstanden. © Hans Blossey
Immowelt-Analyse

So viel von ihrem Einkommen zahlen Dortmunder für die Miete

Die Mietpreise steigen - und fressen einen großen Teil des Familieneinkommens auf. Das Portal Immowelt nennt Zahlen, wie hoch die Belastung für Mieter in Dortmund im Städtevergleich ist.

Genau 720 Euro – so viel mussten Dortmunderinnen und Dortmunder im ersten Halbjahr dieses Jahres monatlich im Mittel für eine Mietwohnung mit einer Fläche zwischen 80 und 120 Quadratmetern zahlen.

Das geht aus einer Analyse des Portals Immowelt hervor, mit der die Mietbelastung einer vierköpfigen Familie nach Berufsabschlüssen – ohne, mit anerkanntem Berufsabschluss und mit akademischer Ausbildung – in 79 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht wurde.

Eine Familie, zwei Kinder: Fast 30 Prozent für Miete

Das Ergebnis für Dortmund: Eine Familie mit zwei Kindern, bei denen die Eltern keinen anerkannten Berufsabschluss haben, muss in der Regel 29,5 Prozent des Einkommens für die Miete aufbringen. Bei Eltern mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechend besserem Einkommen sind es 23,8 Prozent, bei Akademikern 17,7 Prozent.

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Mietpreise spiegeln den mittleren Angebotspreis – den sogenannten Median – der Nettokaltmieten bei Neuvermietung für Wohnungen mit einer Fläche von 80 bis 120 Quadratmetern wider, die im ersten Halbjahr 2021 angeboten wurden. Als Nebenkosten wurden 217 Euro veranschlagt.

Die Daten für die Bruttogehälter stammen von der Bundesagentur für Arbeit. Sie wurden von Analysten in entsprechende Nettogehälter mit einem Vollverdiener (Steuerklasse 3) und Teilverdiener (Steuerklasse 5) umgerechnet. Berücksichtigt wurden auch Lohnnebenkosten sowie Kindergeld für zwei Kinder.

Vergleich der Großstädte: Dortmund günstiger als Metropolen

Der Trost für alle Dortmunderinnen und Dortmunder, die unter steigenden Mietpreisen leiden: In den meisten Städten ist die Belastung quer über alle Einkommensgruppen deutlich höher. So nennt Immowelt für Essen einen Median-Mietpreis von 740, für Münster von 980, für Düsseldorf von 1080 und für Köln von 1100 Euro.

Besonders teuer ist es in Metropolen wie Berlin mit 1360 Euro oder München mit 1750 Euro. Hier müssen einkommensschwache Familien teilweise die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Selbst für Akademiker-Familien liegt die Belastung bei mehr als einem Drittel des Einkommens.

Selbst mit anerkannter Berufsausbildung müssten Eltern mit zwei Kindern in 46 von 79 Großstädten bei Neuvermietungen mehr als ein Viertel des mittleren Nettohaushaltseinkommens für die Miete ausgeben, heißt es in der Analyse. In 16 Städten liege die Belastung sogar über 30 Prozent. Das Fazit von Immowelt: „Mehr als jede zweite deutsche Großstadt ist für Familien nur noch nur schwer leistbar.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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