Wie verändern sich die Statistiken zum Taschendiebstahl in Dortmund während Teil-Lockdown und Social-Distancing? © dpa (Symbolfoto)
Verbrechenszahlen

Social-Distancing beim Einkaufen: Gibt es jetzt weniger Taschendiebstähle?

Menschen geben acht auf Abstände, gehen seltener vor die Tür und Gastronomien und Geschäfte haben geschlossen oder weniger Gäste, was macht das mit dem Taschendiebstahl in Dortmund?

Taschendiebe brauchen “die Anonymität der Massen”, wie Nina Kupferschmidt, Pressesprecherin der Polizei Dortmund, es ausdrückt. Wenn Geschäfte nur begrenzt Kunden einlassen dürfen, viele Menschen zuhause bleiben, Gastronomien geschlossen haben und Menschen mangelndem Abstand prinzipiell mit Argwohn begegnen, haben sie es besonders schwer.

In Haltern berichtete die Polizei, dass es im April nicht einen einzigen Taschendiebstahl gab. Für Dortmund sind solche Meldungen natürlich utopisch, aber auch hier gab es auffällige Zahlen.

Besonders im Sommer starker Rückgang

Seit über 11 Jahren gab es nicht mehr so wenige Taschendiebstähle wie 2020. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden 727 Taten gemeldet, ein Rückgang von 15% gegenüber dem Vorjahr, so Kupferschmidt. Von April bis Juni seien die Zahlen sogar noch weiter zurückgegangen.

Mittlerweile scheinen die Diebe aber auch neue Strategien entwickelt zu haben, denn die Zahlen steigen wieder auf das Niveau von Anfang des Jahres.

Generell positive Entwicklung

Zwar liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, die den Rückgang der Zahlen erklären können, erklärt Kupferschmidt, durch den Lockdown und das Social-Distancing “sind den Taschendieben aber natürlich viele Tatgelegenheiten genommen worden.”

Allerdings könnte der Rückgang an Taschendiebstählen auch gar nichts mit Corona zu tun haben, denn das Jahr 2020 entspricht dem generellen Trend: Von 2014 bis 2019 haben die Diebstähle um über 66% abgenommen, das entspricht einem Jahresdurchschnitt von 13-14% jedes Jahr.

Eine mögliche Erklärung: Seit 2014 gibt es in Dortmund eine zentralisierte Ermittlungskommission für Taschendiebstähle, die es der Polizei ermöglichen soll Serien zu erkennen und “ermittlungstaktische Maßnahmen” zeitig einzuleiten.

Polizei gibt Tipps zur Prävention

Trotzdem ist der beste Schutz gegen Taschendiebstahl das eigenen Verhalten: “Am besten die Wertsachen immer eng am Körpertragen”, sagt Kupferschmidt, das gelte besonders für Situationen in denen man kurz abgelenkt sei: “Beim Aus-und Einsteigen in den ÖPNV oder beim Vorbeugen über ein Supermarktregal”.

Außerdem würden Taschendiebe gern zu zweit oder in Gruppen arbeiten. “Einer lenkt ab, während der andere von hinten ganz kurz in die Tasche greift.”

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