Sozialkaufhaus braucht neue Bleibe

DORTMUND Nach dem letzten Brand am 29. Dezember kann das Sozialkaufhaus der Diakonie in seinen Räumen an der Münsterstraße 15 nur provisorisch eröffnen. Und auch dies dauert noch einige Wochen. Am 30. Juni ist ohnehin Schluss an dieser Adresse, denn das Sozialkaufhaus, in dem sich täglich fast 400 Bedürftige versorgen, erhielt die Kündigung.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 04.01.2008, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werner Bracht und Vera Schürholt vom Sozialkaufhaus können erst am Montag die von den Löscharbeiten des Brandes ruinierten Räume an der Münsterstraße 15 besichtigen.

Werner Bracht und Vera Schürholt vom Sozialkaufhaus können erst am Montag die von den Löscharbeiten des Brandes ruinierten Räume an der Münsterstraße 15 besichtigen.

Im Kaufhaus "Jacke wie Hose" an der Münsterstraße 15, einer Einrichtung des Diakonischen Werks, die 2005 eröffnet wurde, gingen bis zu dem letzten Brand am 29. Dezember täglich fast 400 Menschen ein und aus. Sie versorgten sich hier denkbar preiswert mit gebrauchter Kleidung und Möbeln. Was aber die Unterbringung dieses erfolgreichen Sozialprojektes anbelangt, liest sich die Geschichte des Hauses wie eine Chronik des Schreckens:

Versteigert

Der Vermieter aus dem Gründungsjahr wurde 2006 insolvent. Die Adresse Münsterstraße 15 stand bis Juli 2007 unter Zwangsverwaltung und wurde dann versteigert. Am 18. Dezember erhielt das Diakonische Werk als Mieter die fristgerechte Kündigung aus Eigenbedarf – zum 30. Juni 2008. In der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember brannte es an der Münsterstraße zum ersten Mal – im Heizungskeller. Die gesamte Elektrik fiel aus sowie die Heizungsanlage. Wegen fehlender Ersatzteile hätte das Sozialkaufhaus erst wieder am 7. Januar öffnen können, „obwohl wir gerade so kurz vor Weihnachten gerne für unsere Kunden da gewesen wären“, ärgert sich Vera Schürholt, die Leiterin des Sozialkaufhauses und Second-Hand-Ladens „Jacke wie Hose“. Über die Feiertage brannte es plötzlich im Flur vor einer Wohnung, aber die Mieter konnten selbst schnell löschen. Mit dem Dachstuhlbrand vom 29. Dezember verlor nicht nur das Sozialkaufhaus vorübergehend seine Bleibe sondern auch rund zehn Mietparteien und eine Physio-Therapeutische Praxis.

Keine Einsturzgefahr

Die Ordnungsbehörden beschlagnahmten zunächst das Haus, die Kriminalpolizei ermittelt noch, und der Statiker stellte inzwischen fest, dass keine Einsturzgefahr besteht. Im Beisein des Vermieters können die Vertreter des Diakonischen Werkes am Montag wieder in ihre Räume. Anne Rabenschlag, die Geschäftsführerin der Diakonie, hofft, das Geschäft in spätestens vier Wochen wieder öffnen zu können. Benötigt werden dringend neben Sach- auch Geldspenden und natürlich vor allem eine neue Bleibe ab Juli: Etwa 1500 preiswert zu mietende Quadratmeter in zentraler Nordstadtlage, am liebsten an der Münsterstraße.

Helfer gesucht

Wer dem Sozialkaufhaus helfen will mit neuen Räumen wählt Tel. 70 03 40 03. Spendenwillige für Kleidung und Möbel wählen Tel. 4 75 96 50. Wer Geld spenden möchte, überweist auf das Konto des Diakonischen Werkes, Sparkasse DO, BLZ 440 501 99, Konto-Nr. 001 150 928, Stichwort: Sozialkaufhaus.

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