Spannender „Dreikampf“ in Aplerbeck – wer wird Bezirksbürgermeister?

mlzKommunalwahl 2020

Am Ende gab es nur eine Partei, die richtig jubeln konnte – die Grünen. Fast wäre es ihnen sogar gelungen, stärkste Kraft in Aplerbeck zu werden. Es fehlten ganze 87 Stimmen.

Aplerbeck

, 14.09.2020, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Erdrutsch war es nicht, was sich bei den Wahlen zur Bezirksvertretung in Aplerbeck zutrug. Aber es war nah dran. Zum ersten Mal überhaupt gehört die CDU nicht mehr zu den zwei stärksten Parteien im historischen Aplerbecker Amtshaus. Die Union ist nur noch dritte Kraft, hinter Grün und Rot.

Aber die Abstände sind gering, sodass es auch noch einmal spannend werden könnte, wer in der konstituierenden Sitzung am 10. November zum Bezirksbürgermeister gewählt wird. Und das sagen die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grüne und CDU zu den Wahlergebnissen.

Jan Gravert (SPD, die SPD holte 28,56 Prozent der Stimmen):

„Also, für uns war es wichtig, dass wir stärkste Kraft in Aplerbeck bleiben. Wir sehen uns bestimmt nicht als Gewinner der Wahl. Man muss auch den großen Siegern gratulieren, den Grünen. Sie sind nah an uns dran gekommen, aber eben nur nah dran“. Es sei ein schwieriger Wahlkampf für alle Parteien gewesen. Das sei eben auch der Corona-Pandemie geschuldet gewesen.

Dass es spannend werden würde in Aplerbeck, damit habe er gerechnet. „Der Ausgang war für mich offen. Auch parteiintern hatten wir den Dreikampf auf dem Schirm“, sagt Gravert. Jetzt wolle man auch den Bezirksbürgermeister stellen. Gespräche mit der CDU und den Grünen würden in nächster Zeit beginnen.

Barbara Blotenberg (Grüne, die Grünen holten 28,19 Prozent der Stimmen):

„Wir haben zwei große Ziele erreicht. Einmal haben die Rechten nicht den Einzug in die Bezirksvertretung geschafft und dann sind wir vor der CDU gelandet“, sagt Blotenberg. Es ist schon fast historisches, was den Grünen im Stadtbezirk Aplerbeck gelungen ist.

Von 18,4 Prozent bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2014 schraubten sie das Ergebnis auf über 28 Prozent und wurden zweitstärkste Kraft im Dortmunder Süden. Nur einen Wimpernschlag hinter der SPD. „Ich glaube, die Bürger haben erkannt, dass ein weiter so in Aplerbeck aber auch in Dortmund so nicht mehr möglich ist“, so Blotenberg. Und das hätten sie an der Wahlurne eindrucksvoll gezeigt. Jetzt würden Gespräche mit den anderen Parteien geführt, und dann werde man sehen.

Ingeborg Milde (CDU, die CDU holte 26,85 Prozent der Stimmen):

„Wir müssen dieses Ergebnis erst einmal sacken lassen. Wir sind sehr enttäuscht“, sagt Ingeborg Milde. „Es tut uns sehr leid, dass die Bevölkerung nicht honoriert hat, was wir für Aplerbeck getan haben“, sagt sie. Man habe sich beispielsweise für die Schulen, die Vereine und Kitas eingesetzt. Wir haben zusammen mit der SPD viel geschaffen.

„Im Grunde haben wir alles getan, was man tun kann“, so Milde. Auch ein Blick auf den Haushalt würde das zeigen. „Gegen den Aufwind der Grünen kann man im Moment eben nichts machen“, sagt Milde. Man werde das Ergebnis jetzt innerparteilich besprechen und dann in Gespräche mit SPD und Grüne einsteigen.

Sitzverteilung

SPD mit den meisten Sitzen

Die Sitzverteilung in der Bezirksvertretung Aplerbeck nach den Kommunalwahlen:
  • SPD: 6 Sitze
  • Grüne: 5 Sitze
  • CDU: 5 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • Die Partei: 1 Sitz
  • Linke: 1 Sitz
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