SPD-Kritik: "Saufraum vertreibt die Nachbarn"

Nordstadt

Drastische Kritik übt die Nordstadt-SPD an den Saufraum-Plänen des Rechtsdezernenten: Wilhelm Steitz habe im "intelligenzfreien Raum" entschieden und verantworte mit dem Saufraum in der "Gypsy"-Kneipe den Niedergang der Nachbarschaft.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 05.10.2011, 12:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Solche Szene soll ein "Saufraum" verhindern.

Solche Szene soll ein "Saufraum" verhindern.

"Die Nordstraße droht wie die Schleswiger Straße zur no-go-area zu werden", lautet die Prognose von Dr. Marita Hetmeier. Die Immobilienmaklerin aus der Nordstadt sitzt für die SPD im Rat und bezeichnet es als "Unding", den Saufraum für Alkoholiker aus der Nordstadt "in unmittelbarer Nachbarschaft zu Schulen und Kindergärten" anzusiedeln.

Weil die Ecke Nordstraße / Heroldstraße ohnehin "auf der Kippe" stünde, sei absehbar, dass die Mieter in der Nachbarschaft des Saufraums wegziehen würden. "Wie in der Schleswiger Straße werden bulgarische Roma, Drogenabhängige und andere Problemgruppen sich der Leerstände bemächtigen", so Dr. Hetmeier.

Die Kritik der SPD richtet sich auch gegen den Saufraum-Betreiber, die Organisation "European Homecare" (EHC). EHC betreibt Asylbewerber-Einrichtungen, zum Beispiel in Hacheney. Dr. Hetmeier zitiert das Anti-Rassismus-Netzwerk "No-racism-net", das EHC-Verantwortliche als "Profiteure rassistischer Ausgrenzung" bezeichnet. Die Organisation sei in die "staatliche Abschiebepraxis" eingebunden.

Auf die Kritik der Nordstadt-SPD reagierten FDP / Bürgerliste und die Grünen umgehend:

Die "Gypsy"-Kneipe sei wegen der Nähe zum Schleswiger Platz und zum Nordmarkt der richtige Standort, weil sich dort die Alkoholiker aufhalten würden. Der "Trinkerraum" solle dann dafür sorgen, dass Schul- und Kindergartenkinder ein anderes Stadtbild bekommen würden. 

Die Grünen spannen über Wilhelm Steitz den Schutzschirmauf. Die SPD habe "ein Zeichen von Reaitätsverlust" abgegeben. Sie betreibe eine Politik aus Polemik und Panikmache, so Ratsmitglied Wolfram Frebel. Der Grüne gibt zu Bedenken, dass die SPD in sechs Jahrzehnten den Zustand der Nordstadt "maßgeblich" zu verantworten habe.

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