Sportplatz-Streit: Vereine dürfen am Wochenende spielen

Ärger um Lärm

Vorläufige Entwarnung im Lärm-Streit an der Evastraße: Die Sport- und Freizeitbetriebe wollen den Fußballplatz von SV Urania und FC Hellweg am Wochenende nicht wieder sperren. Damit sich eine Zwangsschließung nicht wiederholt, müssen beide Vereine jedoch einige Bedingungen erfüllen.

LÜTGENDORTMUND

, 03.03.2017, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freie Sicht auf den Fußballplatz haben viele Anwohner der Evastraße. Leider bekommen sie auch den Lärm eines jeden Trainings und jedes Spiels mit. An diesem Wochenende ist die Sportanlage wieder geöffnet.

Freie Sicht auf den Fußballplatz haben viele Anwohner der Evastraße. Leider bekommen sie auch den Lärm eines jeden Trainings und jedes Spiels mit. An diesem Wochenende ist die Sportanlage wieder geöffnet.

Die Sportanlage war am vergangenen Wochenende geschlossen worden – mit der Begründung, dass sich die Fußballvereine nicht an Verabredungen gehalten hätten. Hintergrund sind häufige Anwohnerbeschwerden über Lärm. Dass die Sperrung nicht für dieses Wochenende gilt, teilte die städtische Pressestelle auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Die Vereine wurden schriftlich informiert: „Herr Knoche vom Sportamt hat uns eine Mail geschickt, dass er den Platz für dieses Wochenende freigibt“, sagt Helmut Marquardt vom FC Hellweg. In einer vorherigen Besprechung habe man sich allerdings gemeinsam auf den 4. März als einen von fünf spielfreien Samstagen geeinigt. „Das kann er im Protokoll nachlesen.“ Deshalb seien sowieso Spiele abgesagt worden. Am Sonntag können aber jetzt auf jeden Fall die erste, zweite und dritte Mannschaft von Hellweg spielen.

Urania wartet bis heute auf eine Begründung

Offenbar habe André Knoche, Sportdirektor der Sport- und Freizeitbetriebe, etwas falsch verstanden, sagt auch Günther Köhle, Vorsitzender des SV Urania. Er habe bis heute keinen Grund für die Sperrung genannt bekommen. „Was das Ehrenamt angeht, würd' ich den Umzug nicht wieder machen“, sagte Köhle. Solche Probleme habe er in den zehn Jahren, die er zuvor als Vorsitzender gearbeitet hatte, nicht gehabt.

Urania war ursprünglich an der Holtestraße ansässig. Dort war nach Auskunft der Stadt zum damaligen Zeitpunkt kein Kunstrasen möglich. Deshalb wurde den Uraniern vorgeschlagen, auf die Bezirkssportanlage von FC Hellweg zu wechseln. „Wir haben zugestimmt, aber nur unter der Bedingung, dass wir die Arbeit in dem Umfang mit zwölf Mannschaften fortsetzen können.“ Das sei ihnen zugesagt worden, sagt Günther Köhle. „Aber das ist so nicht mehr möglich.“

Bürgermeister: "Vereine sollen Anwohnern nicht auf der Nase rum"

Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp sagt auf Anfrage: „Die Vereine sollten Verwaltung und Anwohnern nicht auf der Nase rumtanzen.“ Mit einem gerichtlichen Verfahren sei niemandem gedient. Das Schlimmste wäre, wenn beide Vereine ihre Spielstätte verlieren würden. Dass die Stadt mit der Sperrung Kinder bestrafe, bezeichnete der Bezirksbürgermeister als Blödsinn. „Wenn sich alle an die Regeln halten, läuft das auch ruhig ab.“

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