Spur des Turku-Attentäters führt auch nach Dortmund

Verzeichnet bei Ausländerbehörde

Der mutmaßliche Attentäter von Turku hielt sich zeitweise wohl auch in Dortmund auf. Die Ausländerbehörde verzeichnete den aus Marokko stammenden Mann, der in der finnischen Stadt zwei Frauen mit Messerstichen getötet haben soll, hier im April 2016 als „unbekannt verzogen“. Wo und wie lange er sich hier aufhielt, gibt allerdings noch Rätsel auf.

DORTMUND

von Oliver Volmerich

, 23.08.2017, 13:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf dem Marktplatz in Turku (Finnland) ereignete sich am vergangenen Freitag das Attentat.

Auf dem Marktplatz in Turku (Finnland) ereignete sich am vergangenen Freitag das Attentat. © Foto: dpa

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war der aus Marokko stammende mutmaßliche Messerstecher Anfang November 2015 in Niedersachsen erkennungsdienstlich behandelt worden. Dabei wurden ihm Fingerabdrücke abgenommen. Außerdem soll er mehrere Alias-Identitäten genutzt haben.

Nach Angaben aus Finnland soll es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Asylbewerber mit dem Namen Abderrahman Mechkah handeln. Nach dpa-Informationen benutzte der Mann in Deutschland mehrere Alias-Identitäten. Außer in Niedersachsen war er demnach in Dortmund, wo ihn die Ausländerbehörde im April 2016 als „unbekannt verzogen“ verzeichnete. Das bestätigte ein Sprecher des Landes-Innenministeriums in Düsseldorf auf Anfrage unserer Redaktion.

Mann fiel durch zwei Körperverletzungsdelikte auf

Demnach fiel der Mann, der anhand der Fingerabdrücke identifiziert werden konnte, polizeilich durch zwei Körperverletzungsdelikte auf - in einer Flüchtlingsunterkunft des Landes in Neuss am 16. Januar 2016 und in Kerpen am 31. Januar. Wie er in das Verzeichnis der Dortmunder Ausländerbehörde kam und wo er sich hier aufhielt, ist noch unklar. Später fiel der 18-Jährige in Hamburg den Behörden auf, weil er sich illegal dort aufhielt.

Bei dem Angriff in der finnischen Stadt Turku hatte der Mann am Freitag zwei Finninnen erstochen sowie sechs Frauen und zwei Männer verletzt. Neben dem mutmaßlichen Haupttäter wurden in Finnland vier weitere Marokkaner festgenommen, weil sie mit ihm in Kontakt standen. Zumindest zwei von ihnen sollen sich zuvor auch in Deutschland aufgehalten haben und polizeilich auffällig geworden sein.

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