So langfristig plant das St.-Josefs-Hospital in Hörde seine Zukunft

mlzSt.-Josefs-Hospital

Weil der Raum knapp wird und sich die Anforderungen an ein Krankenhaus verändern, will das St.-Josefs-Hospital anbauen. Bevor Bagger anrollen, ist erst einmal viel Formales zu klären.

Hörde

, 14.03.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne sehen schon recht konkret aus. Clemens Galuschka und Berthold Hane zeigten in der Sitzung der Bezirksvertretung Hörde am Dienstag (12.3.) eine Präsentation zur Erweiterung des St.-Josefs-Hospitals. Galuschka, Geschäftsführer des Krankenhausträgers Katholische St.-Lukas-Gesellschaft, und Hane, Technischer Leiter bei St. Lukas, waren gekommen, um einen ersten formalen Schritt zu machen. Doch so konkret die Pläne auf den ersten Blick auch sind, gebaut wird in Hörde noch lange nicht.

? Was genau haben Galuschka und Hane vorgestellt? Die Präsentation trägt den Titel „Konzept Neubau Südflügel“. Und die beiden wichtigsten Sätze der Vorstellung haben die beiden direkt zu Beginn ihrer Ausführungen gesprochen: „Wenn sich das Haus weiterentwickeln will, braucht es Platz“, sagte Galuschka. „Es ist kein konkretes Bauvorhaben, aber wir wollen planen“, sagte Hane. Die wichtigsten Gründe für eine perspektivische Erweiterung sind

  • ein steigender Bedarf an Einbettzimmern
  • eine überdurchschnittliche Fallzahlsteigerung
  • die Notwendigkeit für neue Konferenzräume und eine neue Cafeteria sowie für neue Bettenaufzüge und weitere Parkplätze.

„Wir sind dabei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen“, sagte Hane über den gewünschten, sechsgeschossigen Anbau an der Südseite des Krankenhauses.

? Warum haben die beiden schon so konkret über die Pläne gesprochen, obwohl noch kein Baubeginn angedacht ist? Für ein derartiges Bauprojekt ist eine Änderung des Bebauungsplans Hö 116 notwendig. Denn darin wird unter anderem geregelt, was erlaubt ist, wie der Verkehr geregelt wird, wie hoch gebaut werden darf. Ein gültiger Bebauungsplan ist also Voraussetzung für den Baubeginn. Und bis so ein B-Plan vollständig und auch rechtssicher angepasst ist, können Jahre vergehen. Daher ist die Lukas-Gesellschaft schon jetzt dabei, die formalen Voraussetzungen für eine Erweiterung in Hörde zu schaffen - um dann, wenn es tatsächlich notwendig wird, bauen zu können. „Konkrete Bauabsichten wird es in den nächsten fünf Jahren nicht geben“, sagte Berthold Hane der Redaktion.

? Wie könnte der Anbau des Hospitals denn in Zukunft aussehen? Geplant ist ein sechsgeschossiger Ausbau, „wobei das oberste Geschoss als Staffelgeschoss mit Pultdach ausgebildet wird“, wie es in der Präsentation heißt. Hier könnte eine Dachterrasse rund um ein neues Café entstehen. Baulich soll der Südflügel direkt ans Hauptgebäude anschließen und längs in Richtung Clarenberg-Siedlung führen. Die Fenster der neuen Patientenzimmer sollen dann nach Westen und Osten zeigen. Dass sich die Clarenberg-Bewohner und die Patienten gegenseitig in die Fenster schauen, soll vermieden werden. Links und rechts vom Gebäude sollen Parkplätze entstehen. Mitarbeiter sollen von der Benninghofer Straße kommen, Besucher von der Wilhelm-Schmidt-Straße. „Eine direkte Durchfahrt zwischen beiden Straßen über die Parkplätze soll nicht möglich sein, sodass eine Abkürzung ausgeschlossen ist. An der Südgrenze des Grundstücks soll eine Baumallee entstehen.

So sieht der Plan des Architekten aus. Die Erweiterung ist allerdings noch Zukunftsmusik. Zunächst will der Träger, die Lukas Gesellschaft, rechtliche Planungssicherheit schaffen.

So sieht der Plan des Architekten aus. Die Erweiterung ist allerdings noch Zukunftsmusik. Zunächst will der Träger, die Lukas Gesellschaft, rechtliche Planungssicherheit schaffen. © Köhler Architekten Dortmund

? Was hat die St.-Lukas-Gesellschaft schon in die Wege geleitet und wie sieht der weitere Zeitplan aus? Bereits im September 2016 haben das Wohnungsunternehmen LEG und die St.-Lukas-Gesellschaft einen Vorvertrag geschlossen. Denn: damit das Krankenhaus wachsen kann, muss der Träger zwei angrenzende Grundstücke, die jetzt noch grün sind, ankaufen: 2450 Quadratmeter von der LEG und 185 Quadratmeter von der Stadt Dortmund. Läuft alles wie geplant, soll die Änderung des Bebauungsplans im Juni 2019 rechtskräftig werden, zwei Monate später soll der Kaufvertrag mit der LEG offiziell abgeschlossen werden. Ab Dezember 2020 könnte das Gebäude der Strahlentherapie erweitert und der Parkplatz an der Wilhelm-Schmidt-Straße gebaut werden. Beim Datum zum Baubeginn des Südflügels steht nicht viel - außer zwei Fragezeichen.

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