Stadt Dortmund will mit Navi-App die Wege der Radfahrer verfolgen

mlzRadverkehr

Für viele Autofahrer ist ein Navigationsgerät Standard. Bald soll es für Radler in Dortmund ein ähnliches Angebot geben. Die Stadt verfolgt mit der Fahrrad-App aber auch eigene Ziele.

Dortmund

, 21.02.2020, 09:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf etwa 10 Prozent gestiegen ist der Anteil des Radverkehrs in Dortmund, hat eine aktuelle Befragung ergeben. Das Problem ist: Welche Wege die Radler in der Stadt nehmen, ist für die Verkehrsplaner nur zum Teil bekannt. Sie wollen das nun mit digitaler Hilfe in Erfahrung bringen - mit einer App.

Eine eigene Fahrrad-App für Dortmund, die sich jeder Radler aufs Smartphone laden kann, ist Bestandteil der Pläne zur „Fahrradstadt Dortmund“. Sie soll für Radfahrer ein hochwertiges Navigationsprogramm bieten, das die besten Radwege anzeigt.

Aber auch die Stadt will die App nutzen. Denn ähnlich wie Google und Co. über Smartphones Datenmaterial für digitale Verkehrskarten mit Stau-Anzeigen liefern, soll die App verraten, welche Wege die Radler in Dortmund nutzen.

Bislang gebe es nur „rudimentäre Daten über die Verkehrsmengen“, teilt die Stadt mit. Denn es gibt bislang nur eine Dauerzählstelle für den Radverkehr an der Westseite der Schnettkerbrücke sowie ab und an Verkehrszählungen an Knotenpunkten.

Wie viele Radfahrer Nebenstraßen nutzen, ist gar nicht erfasst. „Kenntnisse über die Routenwahl liegen nicht vor“, heißt es aus der Verwaltung. Sie wären aber für die Verkehrsplaner sinnvoll, um neue Radwege oder Fahrradstraßen zu planen oder den Erfolg von schon umgesetzten Maßnahmen zu messen.

Locken mit Bonus-Kampagne

Das Problem ist: Ein sinnvolles Bild ergibt die Datenerhebung nur, wenn möglichst viele Radfahrer mitmachen. Deshalb will die Stadt mit einer Bonuskampagne dazu animieren, die App zu installieren und unterwegs zu nutzen. So soll es etwa Rabatt-Codes von Einzelhändlern und diversen Institutionen geben.

Bis 2024 soll es pro Jahr zwei Motivationskampagnen geben, kündigt die Stadt an. In diesem Jahr ist die Werbung für die Fahrrad-App auch eingebunden in die Kampagne „Mit dem Rad zur Arbeit“, die mit Spielelementen und Teamwertungen dazu animieren soll, möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückzulegen.

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Als kleines Geschenk ist etwa eine Smartphone-Halterung im Stadt-Design geplant, die an jedem Fahrradlenker angebaut werden kann.

Ausschreibung wird vorbereitet

Bis es so weit ist, dauert es allerdings noch ein wenig. Denn die Programmierung und Gestaltung der Fahrrad-App muss erst einmal ausgeschrieben werden. Das sei nach der Genehmigung des städtischen Haushalts nun möglich, teilt die Stadt mit. Im Juni oder Juli soll der Auftrag vergeben werden.

Die Auftakt-Kampagne könnte dann noch vor dem Herbst starten.

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